Der SchuldnerKlima-Index Deutschland (SKID) liegt im Herbst bei 103,3 Punkten (Sommer 2011: 108,8 Punkte). Das ist das Ergebnis einer bundesweiten und bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung von rund 1000 Bürgern im Alter zwischen 18 und 69 Jahren, die einmal im Quartal durchgeführt wird.
Der SKID bewertet als Trendindikator die Überschuldungslage der deutschen Verbraucher. Ein Wert über 100 Punkte kennzeichnet eine eher entspannte Überschuldungslage, ein Wert unter 100 Punkte bedeutet, dass sich die Überschuldungslage für die Verbraucher anspannt. Einfach gesagt: je höher der Index, desto geringer ist das Überschuldungsrisiko für die Verbraucher in Deutschland und umgekehrt. „Der aktuelle Index von 103,3 Punkten sagt aus, dass die Überschuldungssituation der deutschen Verbraucher weiterhin eher entspannt zu beurteilen ist“, so Siebo Woydt, Geschäftsführer der CEG Creditreform Consumer GmbH.
Einschätzung der ökonomischen Lage verschlechtert sich
Die deutschen Verbraucher schätzen ihre eigene wirtschaftliche Lage zwar derzeit insgesamt immer noch positiv ein, der Wert ist dennoch rückläufig. Sowohl die gegenwärtige als auch die zukünftige wirtschaftliche Lage beurteilen Verbraucher nur noch zu 29,1 Prozent (Sommer: 34,6 Prozent) bzw. 32,4 Prozent (Sommer: 38,2 Prozent) durchweg positiv.
Zurückhaltung bei kreditbasierten Anschaffungen
Die seit Monaten anhaltenden Medienberichte und Diskussionen zur Finanz- und Eurokrise hinterlassen bei den Verbrauchern ihre Spuren. „Auch wenn der SchuldnerKlima-Index immer noch im positiven Bereich bleibt, ist das Vertrauen der Verbraucher in die wirtschaftliche Zukunft aufgrund der Eurokrise angeschlagen. Das drückt sich auch in der Ausgabenplanung aus. So zeigt die aktuelle Untersuchung, dass Anschaffungen lieber verschoben oder aus eigenen Mitteln getätigt werden, anstatt dafür Bankverbindlichkeiten einzugehen“, stellt Woydt fest. So planen derzeit nur noch 26,1 Prozent der Verbraucher weitere Kredite aufzunehmen. Das sind rund sechs Prozent weniger als noch bei der letzten Sommerumfrage.
Schuldenstress ist deutlich gestiegen
Mit 80,3 Punkten hat der Teilindex für den Schuldenstress gegenüber dem Sommer deutlich um 11,4 Punkte verloren. Damit verbunden ist ein Anstieg des Schuldenstress für die Betreffenden – mehr Deutsche als noch im Sommer fühlen sich finanziell überfordert. Besonders ausgeprägt ist diese Wahrnehmung derzeit bei Bürgern im Alter zwischen 40 bis 49 Jahre und hier speziell bei Frauen.
Die Einflussfaktoren auf das SchuldnerKlima
Der SchuldnerKlima-Index basiert auf drei Einflussindikatoren: den Einschätzungen zur eigenen aktuellen wie auch künftigen wirtschaftlichen Situation (ökonomische Lage), dem Bestand an aktuellen und erwarteten finanziellen Verpflichtungen (Kreditaffinität) sowie dem Gefühl einer finanziellen Überforderung bei sich selbst und in seinem Umfeld (Schuldenstress). Ergänzend wird nach den Möglichkeiten gefragt, Geld zu sparen (Sparpotenzial).
Weitere Informationen unter:
http://www.schuldnerklima.de