
„Mission erfüllt“, beginnt Carsten Mohr seinen Finanzbericht auf der diesjährigen Mitgliederversammlung der Deutsch-Brasilianischen Gesellschaft (DBG) am Samstag in der Brasilianischen Botschaft zu Berlin. Der 59-Jährige lässt sich nicht beirren, als er überraschend auf einen Projektor für seine umfangreiche Präsentation verzichten muss. Unbekümmert von der Vereinsregie, erklärt er kraftvoll die Zahlenwerke aus dem Stand und kommentiert munter Feststellungen.
Mohr, DBG-Schatzmeister seit 2018, freut sich über die Entwicklung der Vereinsfinanzen: „Von Fehlbeträgen in Höhe von 11.000 Euros kommend, über ein fast ausgeglichenes Ergebnis in 2021 zu einem Plus im höheren vierstelligen Bereich zu finden, stoppt die jährliche Entsparung der Reserven.“
Nach Lösung eines bedrohlichen Steuerstreits gelte es nun, so der Diplom-Kaufmann, ein seit mehr als dreieinhalb Jahren überfälliges Drittmittel-Konzept zur nachhaltigen Absicherung von gemeinnützigen Veranstaltungen und der DBG-Quartalszeitschift „Tópicos“ zu entwickeln und umzusetzen. Eine Crowd-Funding-Plattform und ein Spendentool warten auf Nutzung. Die Kontoführung wechselte der ehemalige Abwickler der Wirecard Bank zur GLS Gemeinschaftsbank, einem Ethikinstitut. Die überalterte Computer- und Software-Ausstattung konnte an den Standorten Bonn und Berlin modernisiert werden, eine sichere Cloud-Lösung sammelt nun zentral wichtige Vereinsdokumente und Mails.
Abschließend zeigte der Experte für Regeltreue den versammelten Mitgliedern Beispiele für Amateurhaftigkeit, unzureichende Compliance und Demokratiedefizite auf, die ihn bewogen, die DBG zum Jahresende zu verlassen.
Zu seinem Nachfolger wurde der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete und heutige Ministerialrat im Thüringer Finanzministerium, Dr. Carl Christian Dressel, gewählt.