Hamburg, 17. September 2018 – Das House of PM feiert sein 15jähriges Bestehen. Aus Anlass des Firmenjubiläums wirft Geschäftsführer Hauke Thun einen Blick auf die Veränderungen der Projektmanagementbranche und damit einhergehend seines eigenen Projektmanagement-Unternehmens, das sich mit seinen Dienstleistungen an den konkreten Bedürfnissen des Marktes orientiert und von einem Einzelunternehmen zu einem mittelständischen Beratungshaus mit namhaften Kunden entwickelt hat.
Projektmanagement in den Kinderschuhen
Als der Dipl.-Ing. der Technischen Informatik, Hauke Thun, im Jahr 2003 mit dem Unternehmen PM Firefighters startete, war er im Rahmen von Einzelaufträgen rein operativ als Projektmanager bei Firmen im Einsatz. Seine Zielsetzung war es, das jeweilige Projekt abzuschließen und sei die Ausgangssituation auch noch so kritisch. Nicht selten begegnete ihm die Skepsis der Unternehmer, was die Erfolgsaussichten einer solchen Dienstleistung anbelangte. Sie glaubten, dass die inhaltliche Kompetenz eine entscheidende Voraussetzung für erfolgreiches Projektmanagement (PM) sei. Die oft vorherrschende Meinung war, ein externer Experte könne ohne fachliches Knowhow nicht einfach ein Projekt in einer ihm fremden Organisation steuern. Thun erinnert sich: „Ich stand damals vor einem großen Auftrag für AOL. Als es im Vorgespräch darum ging, ob ich das Projektmanagement für das wichtige DSL-Projekt übernehmen soll, wurde ich nach meinen Erfahrungen im DSL-Bereich gefragt. Meine Antwort lautete: Ich habe einen Hansenet-DSL-Anschluss zu Hause – das ist alles. Und mehr Erfahrung brauche ich tatsächlich auch nicht, um den Job richtig zu machen.“ Der entscheidende Punkt seien nicht fundierte DSL-Kenntnisse gewesen, sondern die Tatsache, dass das Unternehmen für die Einführung des neuen Produkts eine Vielzahl verschiedener Stakeholder und Dienstleister, Shop- und Logistik-Anbieter unter einen Hut bringen musste. „Und genau das bedeutet für mich Projektmanagement“, so der PM-Experte, „Mein Job war es, die Strukturen aufzustellen und Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, damit wir dieses komplexe Projektkonstrukt erfolgreich dirigieren können.“
Auch bei Einsätzen in anderen Unternehmen zeigte sich der Mangel an Erfahrung in Sachen Projektmanagement-Methodik deutlich. Auch wenn es den Begriff des Projektmanagers schon gab, hieß das oftmals eigentlich „Mädchen für alles“. Es fehlte das Grundverständnis für das dahinterstehende Prinzip. Der Zugang zu den damit verbundenen Methodiken musste sich erstmal entwickeln, systematische Vorgehensweisen mussten erlernt, die eigene Rolle verinnerlicht werden. Und auf diesem Entwicklungsstand waren viele Unternehmen, insbesondere im Mittelstand: Mitarbeiter hatten meist noch wenig Erfahrung damit, wie ein Projekt gestartet und geführt wird. Hauke Thun ging diese Defizite mit seinem wachsenden Team an und die daraus resultierenden Veränderungen zeigten sich nach einiger Zeit deutlich. Die Beteiligten fingen an, selbst Strukturen aufzubauen, mit den Methodik-Vorlagen von House of PM und einem Projekt-Handbuch zu arbeiten. Diese Entwicklung stellte einen entscheidenden Wandlungsprozess für die Organisation dar, weil diese Änderungen sich überall bemerkbar machten und bis tief in die Teams spürbar waren.
Beratungs-Bedarf bei Unternehmen
Schon bald reifte bei dem Experten die Erkenntnis: Der auf das Management eines Projekts fokussierte Einsatz in einer Organisation reicht nicht aus, um dort nachhaltige und wirksame Projektmanagementstrukturen zu etablieren. Es bedarf einer intensiveren Beratung. „Anfangs waren wir uns trotz des erkennbaren Bedarfs nicht sicher, ob eine derartige Dienstleistung im Markt angenommen wird“, erklärt Thun. „Klassisches Projektmanagement steckte bei vielen Firmen noch in den Kinderschuhen und es war nicht klar, ob die Unternehmen schon so weit waren, ihre Defizite im diesem Bereich zu erkennen und anzugehen.“ Und doch wagte das noch junge Unternehmen den Schritt, PM-Beratung als separate Dienstleistung mit ins Repertoire aufzunehmen. Zu den operativen PM Firefighters kam der beratende Geschäftsbereich hinzu: die PM Transformance. Als Dachorganisation wurde das House of PM etabliert.
Bei der Einführung und Optimierung des Projektmanagements war es dem Team von House of PM von Beginn an wichtig, dass die entwickelten Projektmanagementprozesse zum Unternehmen passen und nachhaltig eingeführt werden. „Heute haben wir – viel mehr als früher – den Blick auf dem systemischen Organisationsveränderungsprozess“, sagt Geschäftsführer Thun. „Es reicht nicht, einfach nur das ganze theoretische Wissen in ein Unternehmen zu kippen, man muss die Bedingungen und Auswirkungen eines solchen Veränderungsprozesses begreifen und steuern. Es ist das hehre Ziel, das Projektmanagement-Wissen innerhalb der nächsten 24 Monate in die DNA der Organisation zu verpflanzen. Die Verbindung von Projektmanager-Rolle und Berater-Rolle macht mittlerweile ganz klar unser Konzept aus.“ Mit seinem Vorgehen überzeugte Thun immer mehr Unternehmen. So auch die Hamburg Musik gGmbH, die er bei einem Leuchtturmprojekt für das House of PM begleitete: der Inbetriebnahme der Elbphilharmonie.
Projektmanagement wird erwachsen
Mittlerweile hat sich der Projektmanagement-Bereich in vielen Firmen deutlich weiterentwickelt. Die Erkenntnis hat sich durchgesetzt, dass man im eigenen Mitarbeiterstamm gute Projektmanager mit fundiertem Knowhow braucht, um Projekte erfolgreich zu meistern. Es gibt unternehmensinterne Ausbildungen, Workshops und Schulungen, um Mitarbeitern das Prinzip Projektmanagement näher zu bringen. Im Zuge dieser Fokussierung stellen die Unternehmen ebenfalls immer mehr fest, dass sie eine zentrale Einheit brauchen, die das PM bündelt – das PMO (Projektmanagement Office) wird also immer wichtiger. Die dadurch gegebene Vereinheitlichung von Projekten, erleichtert es Geschäftsführern, sich in ein Projekt einzudenken und es zu bewerten. Die Verantwortlichen können beispielsweise durch einheitliche Projektberichte deutlich schneller erkennen, wo eventuelle Schwierigkeiten oder Risiken auftreten könnten. Das vereinfacht die Bewertung, spart Ressourcen und so lassen sich zukünftige Vorhaben besser einschätzen. Lautete das Credo anfangs „Projekte richtig machen“, so geht es heute zunehmend um den nächsten Schritt: „Die richtigen Projekte zu machen“. Der Grund hierfür ist die steigende Zahl der Projekte, die in Unternehmen umgesetzt werden und der gleichzeitig existierenden Mangel an Ressourcen. Der Bedarf nach Prozessen zur Projektportfoliosteuerung ist deutlich zu spüren. So gehört heute der Aufbau von PMOs und die Einführung von Projektportfoliomanagement zu einem wichtigen Feld der angebotenen Leistungen des House of PM.
Doch die Frage, ob ein Fachbezug bei den Projektmanagern gegeben sein muss, begegnet den PM-Experten auch heute noch oft. „Das hängt stark von der Größenordnung ab“, schließt Hauke Thun „Bei kleineren Projekten ist die Fachkenntnis meistens sinnvoll, bei Großprojekten ist es zweckmäßiger, die Bereiche zu trennen. Hier benötigen die Projektmanager kein fachliches Wissen, um das Projekt erfolgreich zu steuern. Als Fachfremder hat man oft sogar den besseren, freieren Blick auf das Projektmanagement.“ Die positive Entwicklung seines Unternehmens in den letzten 15 Jahren scheint dies zu bestätigen.