Hans Jürgen Stephan, Geschäftsführer der Control Risks Deutschland GmbH, erläutert RiskMap 2015:
„2015 wird ein schwieriges Jahr für Unternehmen, da die Grenzen zwischen Märkten, die vorher recht eindeutig als ,sicher‘ oder ‚risikoreich‘ eingestuft werden konnten, verschwimmen. Obwohl auch das Jahr 2015 enorme Chancen für Unternehmen zu bieten haben wird, führen die unsichere Wirtschaftslage und teils unbeständige Regierungen zu zahlreichen Herausforderungen.“
„In den letzten fünf Jahren war Europas Politik sehr stark nach innen ausgerichtet. Durch den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine und den Aufstieg von IS müssen Europas Regierungen wieder eine stärkere internationale Führungsrolle übernehmen. Die Situation in Syrien und im Irak verstärkt die Terrorgefahr auch in Europa, allerdings bleiben umfassend angelegte Anschläge unwahrscheinlich.“
„Das Verhältnis zu Russland ist derzeit von gegenseitigem Misstrauen geprägt. Russland wird seinen Einfluss in der Ukraine nicht verringern wollen – ebenso wenig werden Europa und die USA ihre Sanktionen zurücknehmen. Gleichwohl mehren sich die Stimmen, die eine Durchbrechung dieser Spirale fordern. Deutschland wird eine zentrale Rolle dabei spielen, das Verhältnis zu Russland wieder zu verbessern, besonders vor dem Hintergrund, dass Präsident Vladimir Putin vermutlich noch lange, möglicherweise bis 2024, im Amt bleiben wird.“
„Für deutsche Unternehmen sind darüber hinaus zwei weitere Themen der RiskMap 2015 besonders relevant:
1. Globale Wertschöpfungsketten werden zunehmend Opfer von Cyber-Angriffen. Geringe Strafverfolgung in Ländern wie z.B. Brasilien und Südafrika vereinfachen Cyber-Kriminalität.
2. Unternehmen, die in China operieren, müssen sich auch 2015 auf eine verstärkte Duchsetzung der dortigen Anti-Korruptions- und Wettbewerbsgesetze vorbereiten. Chinas Behörden werden hart gegen internationale und nationale Unternehmen vorgehen, unabhängig davon in welchem Sektor sie tätig sind.“
RiskMap bewertet den potenziellen Einfluss von politischen und sicherheitsrelevanten Risiken auf Unternehmen und deren Geschäfte; z.B. politische Instabilität und Interventionen, soziale und strukturelle Einflussfaktoren, aber auch Entwicklungen in Ländern, die die finanziellen, physischen oder personellen Ressourcen von Unternehmen schaden können.