Organisiert wurde die Veranstaltung von der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (ITG) gemeinsam mit den Partnern VDMA, AIM und IEEE. Das Spektrum neuer Anwendungen erstreckt sich von RFID-Techniken in Kliniken bis hin zu RFID-Systemen in der Logistik.
Im klinischen Betrieb ist in der Regel Schnelligkeit angesagt. Mit Hilfe intelligenter Funkmodule, die an Blutkonserven oder mobile medizinische Geräte angebracht werden, können die Prozesse beim Blut- und Gerätemanagement im klinischen Alltag deutlich verbessert werden. Mit einem als „OPAL-Health“ bezeichneten Konzept machte Alexander Pflaum vom Nürnberger Fraunhofer SCS anlässlich des Workshops deutlich, wie sich mit Hilfe innovativer Techniken die Prozessabläufe im Klinikum optimieren und zugleich Kosten einsparen lassen.
„OPAL-Health“ basiert auf der drahtlosen, energieeffizienten Sensornetzwerktechnologie des Fraunhofer IIS. Blutbeutel oder Apparate sind in diesem Szenario mit intelligenten Funkknoten ausgestattet. Das sind kommunikationsfähige, mikroelektronische Module mit der Fähigkeit zur dezentralen Bearbeitung von Aufgaben. Dies können beispielsweise die Ermittlung von Position und Temperatur sein, aber auch das Erkennen von Grenzwertüberschreitungen oder falschen Lagerbedingungen. Diese Funkknoten bilden im Einsatz selbstständig ein Netzwerk, über das sie diese Informationen übertragen. Angaben von Pflaum zufolge basiert das gesamte System auf einer generischen Plattform, die rasch und problemlos an neue Szenarien angepasst werden kann.
Über das „Internet der Dinge“ in der Logistik referierte Andreas Nettsträter vom Dortmunder Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML). Analog zu den Datenpakten und Netzwerkroutern in einem Computernetz gibt es im Internet der Dinge Transporteinheiten und Födertechnikmodule. Transporteinheiten kennen wie eine Mail ihr Ziel und gegebenenfalls weitere Parameter, die in der Intralogistik von Bedeutung sind. Diese Daten werden typischerweise einem Behälter oder einer Palette beispielsweise über einen RFID-Chip oder über einen eigenen Softwareagenten zugewiesen.
Die eingesetzten Systeme müssen einerseits dynamisch und flexibel, gleichzeitig aber auch robust und kosteneffizient sein. „Das Internet der Dinge ist eine völlig neue Steuerungsarchitektur, die diese Anforderungen an wandelbare Intralogistiksysteme erfüllt und so das Potenzial hat, die Gestalt der Logistik von morgen entscheidend zu beeinflussen“, konkretisierte Nettsträter.
Datenlokalisierung im Indoor-Bereich
Zu den zentralen Bereichen der modernen Sensorik gehört die Lokalisierung der empfangenen Daten. Um diese sinnvoll nutzen zu können ist es erforderlich, auch den Ort, an dem diese Daten gemessen wurden, zu kennen. Im Gegensatz zum Outdoor-Bereich kann im Indoor-Bereich kein GPS verwendet werden, weil dafür eine direkte Sichtverbindung zu den GPS-Satelliten notwendig ist.
Yuri Álvarez von der spanischen Universität Oviedo stellte anlässlich des Workshops ein neuartiges Lokalisierungssystem für den Indoor-Bereich vor. Das als „Indoor Location Method (ILS)“ bezeichnete Konzept basiert auf einem Set von Receivern, die die Signalstärke im Indoor-Bereich auswerten. Die Signale stammen von Transmittern, die mit den entsprechenden Gegenständen gekoppelt sind.