Am 29. Oktober 2015 fand das erste internationale Brandenburger Rechtsforum des Lehrstuhls für Agrar- und Ernährungswirtschaftsrecht der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und der ZAB ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH an der Viadrina in Frankfurt (Oder) statt. Unter dem Titel „Lebensmittel regional oder global – Was ist der Zukunftsweg?“ diskutierten rund 120 Teilnehmer aus Brandenburg und Berlin sowie Gäste aus Polen und China mit namenhaften Referenten zur aktuellen Lage der Agrar- und Ernährungswirtschaft.
Auf dem Forum wurde durch die Diskutanten mehrfach hervorgehoben, dass im nationalen und internationalen Wettbewerb der Absatz brandenburgischer Produkte der Land- und Ernährungswirtschaft über die Vermarktung des Qualitätsmerkmals Regionalität weiter ausgebaut werden sollte. „Die Entwicklung des Ländlichen Raums wird maßgeblich durch die Sicherung von Arbeitsplätzen vor allem in der Landwirtschaft und in der Ernährungswirtschaft bestimmt“, betonte der brandenburgische Minister für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Jörg Vogelsänger. „Dafür haben wir im Gesamtraum Berlin-Brandenburg mit seinen knapp 6 Millionen Einwohnern gute Voraussetzungen, die es zu nutzen gilt. Ich sehe besonders gute Entwicklungschancen in der Versorgung der Menschen in Berlin und Brandenburg mit gesunden und hoch qualitativen Lebensmitteln und in der Stärkung der Versorgung mit Regionalen Produkten.“
Das Potential, das die Vermarktung regionaler Produkte der Land- und Ernährungswirtschaft bei der Zielkäuferschaft bietet, wird auch für die Entwicklung innovativer Produkte von hohem Nutzen sein, ist sich Sebastian Saule, Geschäftsführer der ZAB, sicher: „Das Cluster Ernährungswirtschaft schafft dafür seit mehr als drei Jahren beste Voraussetzungen. Mit Hilfe der gewachsenen Clusterstrukturen bieten wir für innovative Ideen, Produkte und Technologien aller Akteure der Wertschöpfungskette Anlaufstellen und bringen so potentielle Partner zusammen!“
Die internationale Veranstaltung überzeugte bei den Teilnehmern aus Politik, Wissenschaft und Lebensmittelwirtschaft Europas und Chinas durch eine hohe wissenschaftliche Qualität. Im internationalen Austausch konnten neue Entwicklungen der regionalen und globalen Produktion und des Absatzes von Lebensmitteln diskutiert werden. „Wir freuen uns sehr über das große Interesse der Unternehmen des Clusters Ernährungswirtschaft. Die Gesetze für diesen Bereich sind sehr kompliziert. Unternehmer brauchen ein verlässliches Recht, damit sie gute Lebensmittel produzieren können. Gern unterstützen wir auch künftig die Brandenburger Agrar- und Ernährungswirtschaft mit unserer rechtlichen Kompetenz.“, versicherte Prof. Dr. Ines Härtel, Inhaberin der Professur für Europa-, Agrar- und Ernährungsrecht an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).
Hintergrundinformationen zum Cluster Ernährungswirtschaft:
Das Cluster Ernährungswirtschaft ist Teil der Brandenburgischen Innovationsstrategie. Das Clustermanagement liegt bei der ZAB ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH. Hintergrund des Clustergedankens ist es, alle verfügbaren Ressourcen in der Region für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zu nutzen. Dazu gehören nicht nur die mit der Ernährungswirtschaft unmittelbar verbundenen Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft, sondern auch die Entscheidungsträger in Verbänden und Netzwerken, die Wirtschaftsförderer und die regionalen Verwaltungen.
Mit einem Jahresumsatz von knapp 6,7 Mrd. Euro ist die Ernährungswirtschaft einschließlich Getränkeindustrie eine der umsatzstärksten Industriezweige der Hauptstadtregion. Sie ist außerdem Abnehmer für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus Brandenburg und sichert so deren Verarbeitung in der Region. Mit fast 23.000 Arbeitnehmern und über 260 Unternehmen zählt die Ernährungswirtschaft zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Hauptstadtregion. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Fleisch und Wurst, Backwaren, Süßwaren, Obst und Gemüse, Milchprodukte sowie Getränke. Stetig steigende Umsätze der Branche belegen die guten Voraussetzungen für Unternehmen in Brandenburg und Berlin.