Berlin, 10. Mai 2011 – Die Linken fürchten sich vor Zuwanderung und europäischer Einflussnahme, FDP-Freunde vor dem Islam und zu hohen Zahlungen an die EU. Das sind die prägnantesten Ergebnisse einer Umfrage, die das Forsa-Institut im Auftrag des „Freitag“ unter 1.003 deutschen Bundesbürgern durchgeführt hat. Erfragt wurde der Zustimmungsgrad zu rechtspopulistischen Thesen – im Fokus standen dabei irrationale Ängste vor Zuwanderung, dem Einfluss des Islams und einem einflussreichen Europa:
1. „Deutschland gibt insgesamt zu viel Geld nach Europa.“
2. „Die Zuwanderung nach Deutschland sollte drastisch reduziert werden.“
3. „Der Islam ist mit unserem westlichen Lebensstil unvereinbar und eine Bedrohung unserer Werte.“
4. „Wir brauchen ein unabhängiges Deutschland ohne den Euro, in das keine Europäische Union hineinregiert.“
Besonders auffällig: Nationalkonservative Tendenzen im linken Lager. Mit der eindeutig größten Prozentzahl sprechen sich die Anhänger der Linken für eine drastische Eindämmung der Zuwanderung sowie ein „unabhängiges Deutschland ohne den Euro“ und die Einflussnahme der EU aus. FDP-Freunde dagegen sehen vor allem den Islam als Bedrohung für westliche Werte und beobachten mit Unmut, wie deutsche Gelder nach Europa fließen. Bemerkenswert fiel außerdem der Vergleich zwischen Ost und West aus: Die Zustimmung zu allen vorlegten Aussagen lag bei den befragten Ostdeutschen deutlich höher aus als bei den Westdeutschen.
Alle Ergebnisse der Studie veröffentlicht der „Freitag“ in der kommenden Ausgabe vom 12. Mai 2011. Begleitet wird die Untersuchung von Axel Brüggemann, der sich die Frage stellt, ob die deutschen Volksparteien ihren bisherigen Spagat zwischen Populismus und Realpolitik auch in Zukunft meistern werden und wollen. Alle Ergebnisse der Umfrage finden Sie ab 13 Uhr vorab auf freitag.de.