
43. Herbsttreffen der Medienfrauen der öffentlich-rechtlichen Sender am 12.11.2021 / Resolutionen zu Geschlechtergerechtigkeit bei den Medien und Frauen in Afghanistan
Mainz. Unter dem Motto „Radikal digital – Sichtbar. Selbstbewusst. Solidarisch.“ trafen sich heute, 12. November 2021, rund 450 medienschaffende Frauen von ARD, ZDF, DW, Deutschlandradio und ORF. Zum ersten Mal in seiner Geschichte fand das Herbsttreffen der Medienfrauen online statt. Aktuelle Entwicklungen und Trends in den Medien mit besonderem Fokus auf der Gleichstellung prägten die Podiumsrunde, die Workshops und die Diskussionen im Plenum. Zum Abschluss verabschiedeten die Teilnehmerinnen zwei Resolutionen.
Herbsttreffen der Medienfrauen verabschiedet Resolutionen
In der ersten Resolution „Es reicht uns: weiterhin zu wenig Frauen in Film und Fernsehen!“ (https://www.swr.de/unternehmen/herbsttreffen-der-medienfrauen/resolution-diversitaet-100.html) fordern die Medienfrauen die Intendantinnen und Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sender auf, in ihren Anstrengungen nach mehr Geschlechtergerechtigkeit nicht nachzulassen. Grundlage der Resolution ist die aktuelle Fortschrittsstudie zur audiovisuellen Diversität „Sichtbarkeit und Vielfalt“ der Universität Rostock. „Vergesst die Frauen in Afghanistan nicht“ (https://www.swr.de/unternehmen/herbsttreffen-der-medienfrauen/resolution-afghanistan-100.html) ist die Forderung der zweiten Resolution. Sie appelliert an Politik und Berichterstattung, die Frauen und Mädchen weiterhin zu unterstützen.
Podiumsdiskussion zur audiovisuellen Diversität
Die Eröffnungsrede hielt die Soziologin Jutta Allmendinger zum Thema „Es reicht – Wie wir endlich Geschlechtergerechtigkeit erreichen“. In der Podiumsdiskussion befassten sich Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim, Medienwissenschaftlerin Elizabeth Prommer, Unternehmerin Tijen Onaran und Jutta Allmendingermit der Fortschrittsstudie. Elizabeth Prommer äußerte sich in diesem Zusammenhang erschrocken, dass die Gesamtsichtbarkeit von Frauen in den Medien nicht zugenommen habe. Einzige Ausnahme sei der fiktionale Bereich, aber bei Expertinnen und Alltagspersonen habe sich praktisch nichts bewegt. Für Tijen Onaran sind „soziale Medien total wichtig, weil man dort seine eigene Agenda verfolgen kann und nicht von Dritten abhängig ist.“ Auch wenn gerade Frauen von Hassmails und Verunglimpfung betroffen sind. Mai Thi Nguyen-Kim stellt dazu fest: „Bei persönlichen Beleidigungen im Netz tun mir eher die Leute leid, die so etwas posten.“
SWR Intendant Kai Gniffke richtete sich mit einem Blick auf die geschlechtergerechte Situation an die Teilnehmerinnen und Digitalexpertin Carla Hustedt wurde zum „Digitalen Wandel der Öffentlichkeit“ interviewt.
Ausgerichtet wurde das diesjährige Herbsttreffen von den Beauftragten für Chancengleichheit beim SWR in Mainz.
Das 44. Herbsttreffen der Medienfrauen organisiert 2022 der WDR.
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