Qualität in gemeinnützigen Unternehmen

Die Lebenshilfe-Werkstätten Leverkusen / Rhein-Berg gGmbH hat die Aufgabe, die Teilhabemöglichkeiten
für Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben zu gestalten. Darüber hinaus wird auch die ganzheitliche
Entwicklung der Persönlichkeit gefördert. Die verschiedenen Tätigkeiten und Aufträge in den Werkstätten
sind hierbei ein wichtiger Schritt zur Eingliederung behinderter Menschen in das Arbeitsleben. Doch nicht nur in der freien Wirtschaft, sondern auch in gemeinnützigen Organisationen ist Qualität ein maßgebender
Faktor. Für die Werkstätten war es sinnvoll ein Qualitätsmanagementsystem einzuführen, um im Bereich der industriellen gewerblichen Dienstleistung dauerhaft Erfolg zu haben sowie Prozesse effizienter gestalten zu können. Im Jahr 2010 beschloss daher Geschäftsführer Harald Mohr die Selbstverpflichtung, die Werkstätten
nach der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001:2008 zertifizieren zu lassen, um einen hohen Qualitätsstandard ihrer Produkte und Dienstleistungen auf Dauer gewährleisten zu können.
Ein ausschlaggebender Faktor war dieAnforderung von Industriekunden, die bereits selbst zertifiziert waren
und dies auch von ihren Lieferanten forderten. Einen weiteren Nutzen sah die Geschäftsführung in einer
Imagesteigerung. Es gibt bereits eine große Anzahl von zertifizierten Werkstätten für behinderte Menschen,
somit ist die Zertifizierung auch ein Marketinginstrument zur Gewinnung potenzieller Neukunden.

Einführung des QM-Systems

Das vom Geschäftsführer benannte Projektteam unter der Leitung des Qualitätsmanagementbeauftragten Dirk
Münker baute in Zusammenarbeit mit einem Unternehmensberater das System für alle fünf Standorte zeitgleich auf. Der Geltungsbereich des Qualitätsmanagementsystems umfasst die vier Betriebsstättender Lebenshilfe-Werkstätten Leverkusen / Rhein-Berg gGmbH (LHW) sowie die Papierservice „Britanniahütte“ gGmbH (PBH). Die LHW ist Mehrheitsgesellschafter der PBH; die Geschäftsführung und Verwaltung sind für beide
Rechtsträger identisch. Alle qualitätsrelevanten Entscheidungen beziehen sich auf beide Unternehmen.
Dirk Münker berichtete über die Reaktion der Mitarbeiter/-innen auf die Einführungdes QM-Systems: „Nach anfänglich abwartender Haltung können wir eine zunehmend positive Entwicklung verzeichnen.
Unsere Mitarbeiter/-innen sahen zunächst die Gefahr eines hohen Zusatzarbeitsaufwandes, beispielsweise
bei der Dokumentation. Mit der Zeit und durch ihre Mitarbeit an dem Zertifizierungsprozess konnten
sie sich mehr und mehr mit dem QMSystem identifizieren. Mittlerweile leben sie unser Qualitätsmanagement
wie selbstverständlich, arbeiten kreativ mit und haben ihre Zurückhaltung weitestgehend abgelegt. Die Geschäftsführung beobachtet einen besseren Austausch zwischen den Betriebsstätten,eine geregelte Auftragsabwicklung und bewertet diese Entwicklung sehr positiv.“ Im Dezember 2010 hat LRQA das
QM-System für die industriellen und handwerklichen Tätigkeiten und Dienstleistungen in allen fünf Betriebsstätten gemäß ISO 9001:2008 zertifiziert.

Nutzen der Zertifizierung

Die Geschäftsführung schätzt den Wert der Zertifizierung über die Konformität hinaus und spricht sich eindeutig dafür aus, das Zertifikat nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern die Optimierungsmöglichkeiten im Rahmen des QM-Systems zu nutzen. Die Betriebsstätten übergreifende Prozessoptimierung ist bei deEinführung des QM-Systems besonders positiv verlaufen und man plant weitere Strukturierungs- und Vereinheitlichungsmöglichkeiten zu schaffen. Es ist angedacht, die Themenbereiche Arbeitssicherheit
und Arbeitsmedizin einzubinden. „Indem wir Betriebsstätten übergreifend alle unsere Ressourcen und Synergieeffekte zielgerichtet nutzen können, haben wir die Möglichkeit erhalten,Prozesse zu verbessern. Wir haben eine Reihe von Projekten erfolgreich umgesetzt.So wurden Sachkosten reduziert, der Informationsfluss wurde verbessert und der kontinuierliche Verbesserungsprozesswird konsequent genutzt.
Letztendlich wird die Umsetzung solcher Projekte den unternehmerischen Erfolgunserer Einrichtung steigern“, so DirkMünker. Der Prozess der Lieferantenbewertung war anfangs zu kompliziert und wurde mittlerweile vereinfacht. Inzwischen wurden aufgrund der Ergebnisse von Lieferantenbewertungen bereits Maßnahmen
durchgeführt, beispielsweise der Wechsel eines Dienstleisters im Reinigungsgewerbe sowie die Betriebsstätten
übergreifende Organisation der Wartung, Prüfung der Unfallverhütungsvorschriften und Instandsetzung
aller Flurförderzeuge
.
Zusammenarbeit mit LRQA

Dirk Münker erklärt die Entscheidung zu Gunsten von LRQA als Zertifizierer: „LRQA wurde von unserem Unternehmensberater empfohlen, da dieser bereits auf gute Erfahrung mit diesem Unternehmen zurückblicken konnte. Nach dem ersten Audit bestätigte sich dies als richtige Entscheidung. Die LRQA Auditoren verfügen über ein sehr gutes Einfühlungsvermögen im Hinblick auf unseren besonderen Auftrag zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben.“ Der QM-Beauftragte bewertet die Zusammenarbeit als positiv konstruktiv.
Durch intensive Befragung und Gespräche mit den Auditoren konnten nicht nur detaillierte Verbesserungspotenziale herausgearbeitet werden, sondern es wurden auch gute und wichtige Hinweise
gegeben. Dirk Münker nennt als Beispiel die Prüfmittelüberwachung, die auf Anregung
des Auditors vereinfacht wurde. “LRQA wurde von unserem Unternehmensberater
empfohlen […]. Nach dem ersten Audit bestätigte sich dies als richtige Entscheidung. Die LRQA Auditoren
verfügen über ein sehr gutes Einfühlungsvermögen im Hinblick auf unseren besonderen Auftrag zur
Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben.” Dirk Münker, Qualitätsmanagementbeauftragter,Lebenshilfe-Werkstätten Leverkusen / Rhein-Berg gGmbH