Der Bottroper Firmenchef Daniel Siebe winkt ab, solange fürs Putzen der niedrigste Preis zählt. Doch die Stadt Bottrop geht gar nicht ans Limit.
Schulen und Kindergärten in Bottrop sind nicht sauber genug. Daniel Siebe wundern die Klagen von Eltern und Parteisprechern nicht. Es könnte ja gar nicht viel anders sein, stellt der geschäftsführende Gesellschafter der gleichnamigen Gebäudereinigungsfirma fest. „Solange für Städte bei der Vergabe von Reinigungsaufträgen vor allem der niedrigste Preis zählt, werden die Unternehmen gezwungen, sich gegenseitig zu unterbieten“, vermutet der Kirchhellener. „Darunter leidet zwangsläufig die Qualität der Reinigung“, betont er.
Denn der Anbieter mit dem niedrigsten Preis sei förmlich gezwungen, den Beschäftigten so exorbitant große Reinigungsflächen vorzugeben, dass ein passabler Qualitätsstandard gar nicht realistisch sei. In der Verantwortung dafür sieht der Unternehmer die Vergabestellen der Städte, auch wenn er einräumt, dass diese wegen ihrer eigenen Vorgaben keine großen Spielräume hätten. Ab einem bestimmten Auftragsvolumen müssten sie ihre Aufträge bundesweit oder auf europäischer Ebene ausschreiben. Mittelständische Firmen aus der Stadt oder der Region hätten da kaum eine Chance.