Wenn der Büroalltag zur Akkordarbeit wird und Unternehmen Prozesse und Arbeitsabläufe standardisieren, um sie effizienter zu gestalten, dann wird dabei oftmals nicht bedacht, dass immer wiederkehrende, manuelle Prozesse keine beschleunigende, sondern eine ausbremsende Wirkung haben. Sie bieten Raum für Fehler, da sie in hoher Frequenz ausgeführt werden, zudem sind sie zeit- und kostenintensiv. Vor dem Hintergrund veränderter Kundenansprüche, neuer Wettbewerber und dem zunehmenden Druck durch die Digitalisierung ist ein Umdenken erforderlich. Die Anwendungslandschaft muss neu strukturiert, altes Spartendenken überwunden werden. Die Zukunft liegt – auch für Versicherungsunternehmen – in der nachhaltigen Optimierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen.
Damit aber Prozesse wie zum Beispiel Schadenmeldungen oder das Bearbeiten von Anträgen automatisiert ablaufen können, müssen die dafür notwendigen Informationen digitalisiert werden. Denn nur so können sie in übergreifende Datenanalysen einfließen, um das Versicherungsgeschäft über den jeweiligen Ursprungsprozess hinaus zu transformieren. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist der schnelle Umbau der IT-Infrastruktur, denn veraltete IT-Systeme bringen die Digitalisierung oftmals ins Stocken.
Welche weiteren Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit standardisierte Abläufe in Versicherungsunternehmen zukünftig automatisiert ablaufen können, welche Herausforderungen damit verbunden sind und welche Einsparpotenziale darin stecken, wird das Insurance Innovation Lab im Rahmen der 7. Werkstattwoche unter die Lupe nehmen. Fragen wie: Wo steht die Entwicklung von Robotic Process Automation heute?, Welche Möglichkeiten haben Versicherer, diese Unterstützungstechnologie in ihrem Unternehmen zu implementieren?, Wo gibt es bereits Anwendungsfelder in der Assekuranz und welche potenziellen Partner können ihre Entwicklungen in die Versicherungsbetriebe integrieren, um Prozesse effizienter, schneller und kundenorientierter zu gestalten? werden gemeinsam mit den teilnehmenden Versicherern diskutiert. Des Weiteren werden vier Start-ups ihr Potenzial darlegen sowie ihr Geschäftsmodell vorstellen und gemeinsam mit den Teilnehmern analysieren, welche Anknüpfungspunkte und Kooperationsmöglichkeiten denkbar sind. Nach vier Tagen intensiven und gemeinsamen Forschens und Lernens kehren die Teilnehmer mit ersten Ansätzen für optimierte Geschäftsprozesse unter der Anwendung von robotergesteuerter Prozessautomatisierung in ihre Unternehmen zurück.