Rückblick
Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat es ans Licht gebracht: Die Interim Management-Branche ist etabliert und kann sich folglich einer Rezession nicht länger entziehen.
„Im vergangen Jahr war die Krise auch im Interim Management deutlich zu spüren, mit Einbußen zwischen 20 und 30 Prozent“, so der AIMP-Vorsitzende Dr. Anselm Görres. „Langsam, aber dennoch spürbar, lässt sich seit Jahresbeginn 2010 ein vorsichtiger Aufwärtstrend erkennen, doch das alte Niveau ist noch in weiter Ferne.“ Dass man von der Krise nicht profitiert habe, sei leicht erklärbar. „Nur circa 10 Prozent der Interim Management-Aufträge sind Mandate in der Sanierung und Restrukturierung. Zu wenige Projekte, um dem Kriseneffekt gegenzusteuern, zumal das prophezeite Krisengeschäft bei Weitem unter den Erwartungen blieb,“ kommentiert Jürgen Becker, Geschäftsführer des Online-Marktplatzes MANATNET.
Warum die Interim Management Branche gestärkt aus der Krise hervorgeht
Viele Provider haben ihre Kostenstrukturen verbessert und flexibler gestaltet und somit zukunftsfähig gemacht. Dass auch die Interim Manager umdenken müssen, war Thema des Workshops „Vertrieb und Qualifikation“. Eine kreativere Eigenvermarktung sowie ausgefeiltere Profile seien der beste Weg, auch in Zukunft als erfolgreicher Interim Manager bestehen zu können – so die Quintessenz. „Klare Trends sind ein deutlich gestiegenes Qualitätsbewusstsein sowie die Abkehr vom Generalisten hin zum Spezialisten, der eine bestimmte Nische ideal besetzen kann“, so Martin Schneider, AIMP Mitglied und Geschäftsführer der Brainforce AG.
Wachsende Märkte bieten Potenzial für Interim Management
Interim Management hat großes Potenzial in der globalisierten Welt, resümierten die Provider des AIMP die weltweiten Einsätze ihrer Interim Manager. Das Wissen und die Kompetenz der Manager auf Zeit ist nicht nur in Asien und Indien gefragt. Künftig wird auch die Nachfrage für Einsätze in Latein-Amerika und Afrika steigen. Aufgrund der Globalisierung wird interkulturelle Kompetenz eine wichtige Schlüsselqualifikation für Interim Manager sein. Neben langjähriger Erfahrung, Empathie und Führungsqualitäten werden Sprachkenntnisse immer wichtiger. „International tätige Provider sind künftig gefordert, eine gute Auswahl an hoch qualifizierten Interim Managern mit langjähriger Erfahrung in den entsprechenden Ländern und Kulturen zu rekrutieren“, erläutert Urs Tannò, Geschäftsführer der Top Fifty AG und AIMP-Provider.
Ausblick und Zusammenfassung
Der AIMP sieht in Zukunft Effizienzgewinne durch Spezialisierung bei Experten wie Providern sowie in den aufstrebenden Märkten. In den regionalen Märkten liegen die Wachstumschancen vor allem in Folge- und Anschlussprojekten. Auch das Ausschöpfen von Effizienz- und Marktpotenzialen im Sinne von Win-Wins für Kunden und Provider werde an Bedeutung zunehmen. Umsatzchancen versprechen vielfältige aber eher schlichte Managementfunktionen: Die Überbrückung von Vakanzen, Projektmanagement und die Steuerung von Veränderungsprozessen sowie die intelligente Nutzung und Planung wertvoller Ressourcen.