Projekttag zur Zukunft der Pädagogik im CJD Jugenddorf Offenburg: „Vom richtigen Düngen und Gießen“

Projekttag zur Zukunft der Pädagogik im CJD Jugenddorf Offenburg: „Vom richtigen Düngen und Gießen“

Mit einem Projekttag für seine insgesamt rund 150 pädagogischen Mitarbeiter setzte das CJD Jugenddorf Offenburg in diesen Tagen wichtige Impulse für eine konsequente Weiterentwicklung. In elf Workshops erhielten die Teilnehmer Handlungs- und Reflexionshilfen für ihre Arbeit mit den Jugendlichen. Neben dem kollegialen Austausch bot der Projekttag die Möglichkeit, vorhandenes Wissen zu vertiefen und Neues zu erfahren. Für ein Impulsreferat zur Einstimmung auf den Tag wurde Dr. Josef Lecheler, ärztlicher Direktor im CJD Asthmazentrum Berchtesgaden, gewonnen.

In seinem Referat fordert Dr. Josef Lecheler ein generelles Umdenken beim Umgang mit behinderten Menschen. Hierzu verwies er auf das Salutogenese-Modell des Medizinsoziologen Aaron Antonovsky.

Im Gegensatz zur konventionellen Sichtweise der Pathogenese (= Wissenschaft von der Entstehung von Krankheit), blickt die Salutogenese auf das Entstehen von Gesundheit. Dabei wird Gesundheit nicht als Zustand, sondern als ganzheitlich zu betrachtender Prozess verstanden. Dies verdeutlicht beispielsweise die „Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF)“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Hier resultiert „Behinderung“ nicht aus der Klassifikation von Defiziten, sondern dient auch als Oberbegriff für Beeinträchtigungen der Aktivität und der Teilhabe.

Diese Umorientierung führt in der Praxis zu sehr unterschiedlichen Folgen sowie zu einem „Paradigmenwechsel im Umgang mit behinderten Menschen“. So werden beispielsweise Reha-Ziele neu definiert. Ãœbergreifende Ziele wie das Erreichen von Selbstständigkeit erhalten breiteren Raum.

In der Arbeit mit behinderten Menschen richtet sich der Blick von den Defiziten hin zum Erkennen von Chancen unter Einbeziehung vorhandener Möglichkeiten: „Es geht vielmehr darum, eine sinnhafte Lebensperspektive aufzuzeigen“, forderte Dr. Josef Lecheler.

Diese Sichtweise präge bereits heute die Arbeit im CJD Jugenddorf Offenburg und werde auch in der zukünftigen Entwicklung eine tragende Rolle spielen, betonte Mark Bühler, Schulleiter der Offenburger CJD Jugenddorf-Christophorusschule und Mitorganisator des Projekttages. Dies zeigt auch die Themenvielfalt der elf Workshops am Projekttag. So verwies beispielsweise Prof. Dr. Reinhard Markowetz von der Katholischen Hochschule Freiburg auf die verschiedenen Wege, um Partizipation und Selbstbestimmung der Teilnehmenden noch besser zu fördern. CJD-Mitarbeiterin Annekatrin Stöhr erläuterte die individuelle und stärkenorientierte Förderung im Anschluss an die Kompetenzanalyse Profil AC.

„Mit unserem Projekttag haben wir unseren Mitarbeitenden Gelegenheit gegeben, in ihrer pädagogischen Arbeit weiter zu wachsen“, so das Fazit von Thomas Riediger aus der Personalentwicklung des CJD Jugenddorfes Offenburg: „Wir sind sehr froh darüber, dass es uns gelungen ist, nicht nur den Raum für Austausch zu schaffen, sondern dank hochrangiger Referenten zusätzlich wertvolle Impulse zu setzen. Damit hat dieser Tag einen echten Mehrwert für die tägliche Arbeit mit unseren Jugendlichen erbracht.“