Pro-Guttenberg-Demo München: Guttenberg ist der Doktor unserer Herzen

Pro-Guttenberg-Demo München: Guttenberg ist der Doktor unserer Herzen

Von wegen demonstrieren können nur die Linken. Sie mögen es vielleicht besser können, sind lauter, schriller und gewaltbereiter. Was aber heute in München auf dem Rindermarkt und in vielen anderen Städten stattgefunden hat war ein einmaliges Erlebnis. Via Facebook und der Seite „Wir wollen Guttenberg zurück“ wurde zu bundesweiten Demonstrationen aufgerufen. Viele User sind dem Aufruf gefolgt und haben ihn weitergetragen.

In rund 20 deutschen Städten wurde für und nicht gegen einen Politiker demonstriert. Für einen jungen, adeligen und zugleich beliebtesten Politiker der Republik – für Karl Theodor zu Guttenberg. In München sind so rund 500 Personen zusammen gekommen, die ganz selbstlos ihre Meinung zum Ausdruck bringen wollten. Ihre Meinung, dass sie mit der Art und Weise wie von Seiten der Politik, aber auch von Seiten der Medien in den letzten Tagen und Wochen mit Guttenberg umgegangen wurde nicht einverstanden sind. Uli Eckardt der Veranstalter war selbst verwundert wie viele seinem Facebook Aufruf gefolgt sind. Ursprünglich hatte er mit 100 Teilnehmern gerechnet, tatsächlich sind aber viele mehr gekommen. Es war eine Demonstration der besonderen Art: Jeder durfte zu Wort kommen, jeder durfte seine Meinung vertreten. Vom 18-jährigen Abiturienten und Mitveranstalter Nick aus Bad Tölz, bis zur 70 jährigen Dame aus Grünwald, die Guttenberg bereits einen persönlichen Brief geschrieben hatte.

Von 12 jährigen Teenis, die Guttenberg gerne als Idol und Kanzler herbei singen wollten bis hin zum Bundeswehroffizier, der sich nur lobend über seinen ehemaligen Dienstherren ausgelassen hatte. Kritisch waren die Demonstranten vor allem mit 3 Politikern, die sich besonders am Sturz von Guttenberg beteiligt hatten: Sigmar Gabriel (SPD Chef), Jürgen Trittin (Grüne Fraktionschef Bundestag) und Gregor Gysi (LINKE Fraktionschef Bundestag). Bei der Forderung nach deren Rücktritt brandete am meisten Applaus auf. Politik mag ein hartes Geschäft sein, in den Augen der Demonstranten hatten es diese drei Herren aber mit Abstand übertrieben.

Kritisch war man auch mit den Medien, die sich viel zu einseitig an der Berichterstattung beteiligt hätten. Einig war man sich in der Forderung: Guttenberg muss zurück kommen. „Wir sind das Volk“ und „Wir bestimmen wer Politik macht“ forderten die Demonstranten lautstark und „Wir wollen Guttenberg zurück“! Man darf gespannt sein wie es weitergeht. Die Demonstrationen waren sicher nicht des Ende sondern erst der Anfang einer interessanten medialen und dezentralen Entwicklung. Eine Lawine ist ins Rollen gekommen: erst sanft und leise und plötzlich gewaltig. Eine Facebook Lawine, wo jeder User ein wenig Politiker und Journalist ist. 600.000 sind es fast schon und es werden täglich mehr.