Private Krankenversicherung und die Bezahlbarkeit im Alter
Viele Menschen machen sich vor allem Gedanken um die Kosten der Privaten Krankenversicherung im Alter. Und das auch gut nachvollziehbaren Gründen. Mancher hat doch schon gehört, dass irgendein Bekannter monatlich Unsummen für seine PKV bezahlen muss und ?nicht mehr raus kann?.
Er ist quasi in seiner Krankenversicherung gefangen. Und wenn er die Wahl gehabt hätte, dann wäre er lieber in der Gesetzlichen Krankenversicherung geblieben.
Stimmt das aber?
Wir haben solches oder so ähnliches in unserer über 25 ? jährigen PKV-Praxis oft gehört.
Schauen wir uns doch mal die Zahlen der letzten 10 oder 20 Jahren an.
Nehmen wir Achim. Achim ist 40 Jahre, ist Angestellter und verdient 65.000,- Brutto pro Jahr. Achim ist in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert und denkt über einen Wechsel in die Private Krankenversicherung nach. Aber er hat Bedenken wegen der angeblich hohen Kosten im Alter.
Was zahlt heute jemand in der Gesetzlichen Krankenversicherung, wenn er den Höchstbeitrag als Angestellter bezahlt? Im Jahr 2020 sind das ganz grob 850,- monatlich inklusive der Pflegepflichtversicherung. Ganz schön viel. Da Achim angestellt ist, beteiligt sich sein Arbeitgeber an den Kosten der Krankenversicherung (Gilt für GKV und auch PKV).
Achim würde in der Privaten Krankenversicherung ? bei wesentlich besseren Leistungen – aber nur ca. 400,- monatlich bezahlen. Er würde sich also mehr als 400,- jeden Monat sparen. Klingt doch gut! Dennoch ist Achim etwas verunsichert, weil er gehört hat, dass die Beiträge steigen. Die Krankenversicherung wird also in Zukunft teurer werden. Auch liest man in der Presse immer wieder über steigende Beiträge in der Privaten Krankenversicherung (PKV).
Was die Presse recht oft unerwähnt lässt, ist, dass Achim vor 20 Jahren in der Gesetzlichen Krankenversicherung lediglich 446,53 hätte zahlen müssen (Höchstbeitrag aus dem Jahr 2000). Also ist die Gesetzliche Krankenversicherung für Leute wie Achim in nur 20 Jahren mehr als doppelt so teuer geworden.
Der Autor dieses Artikels gibt nun eine vorsichtige Prognose ab: Bleibt Achim in der GKV, wird er spätestens in 7 Jahren die 1.000,- Marke durchbrochen haben.
Auch wenn seine Private Krankenversicherung ? wie die Gesetzliche auch ? teurer wird, so reden wir da vielleicht über 2,8% Steigerung pro Jahr, die es nachweislich in den letzten 10 Jahren gab.
Was tut die Gesetzliche Krankenversicherung gegen steigende Beiträge im Alter? Da gibt es keine Programme.
Was tut die Private Krankenversicherung, um Achim zu hohe Beiträge in der Rente zu ersparen?
Die Private Krankenversicherung bildet Alterungsrückstellungen. Zusätzlich zu den ohnehin gesetzlich vorgeschriebenen Rückstellungen wird seit Anfang 2000 ein zusätzlicher Beitragszuschlag von 10 % in die Rückstellungen bezahlt. Dadurch fließen nochmals 10% des Krankenversicherungsbeitrages in die Rückstellung fürs Alter.
Zum Schluss noch eine kleine und sehr interessante Anekdote aus unserer Praxis:
Neulich, also im Frühjahr 2020, ruft ein Bestandskunde an, der bereits bei seiner PKV seit einigen Jahrzehnten versichert ist und bereits seit Jahren in Rente. Er hatte Schwierigkeiten, den Beitrag für seine PKV aufzubringen.
Wie in dem Fall üblich, haben wir Vorschläge zum Tarifwechsel bei der Versicherungsgesellschaft angefordert. Das Ergebnis war, dass der Kunde nun in den Standarttarif gewechselt ist und einen Beitrag von exakt 0,- monatlich bezahlt. Nein, das ist kein Tippfehler, der Kunde zahlt 0,0 für seine Krankenversicherung.
Woran liegt das?
Die Rückstellungen wirken wie ein Sparvertrag innerhalb der eigenen PKV. Wenn der Sparbetrag (Rückstellungen) also lang genug läuft, wirkt sich das stark auf den Beitrag im Fall eines Tarifwechsels aus. Eigentlich müssten manche PKV-Gesellschaften ihren versicherten Kunden noch Geld zahlen, wenn diese in einen anderen Tarif wechseln. Das wäre vermutlich auch in dem geschilderten Fall so gewesen. Aber der Kunde ist natürlich mit 0,0 Beitrag zufrieden.
Der Autor dieses Artikels ist auf die Private Krankenversicherung spezialisiert und hat 25 Jahre Berufserfahrung in dem Segment, sowie mehr als 1000 Kunden selbst in die PKV gebracht. Wir bieten alle Privaten Krankenversicherungen am Markt an.
BW, 12.05.2020
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