Präsident der Republik China (Taiwan) Ma Ying-jeou gelobt die Beziehungen zwischen Taiwan und Japan zu stärken

Taiwans Präsident Ma Ying-jeou lobte am 6. Juni die taiwanisch-japanischen Beziehungen und versprach einen weiteren Austausch voranzubringen, gestärkt durch Taiwans wachsende Rolle im internationalen Handel und seinen Ruf als regionaler Friedensstifter.

„Seit meiner Amtseinführung vor fünf Jahren, hat die Regierung der Republik China (Taiwan) keine Mühe gescheut, die Beziehungen zwischen Taiwan und Japan zu intensivieren“, ließ Ma während eines Interviews der Kyodo News aus Tokio im Präsidentenbüro in Taipei City verkünden.

Ma sagte, dass der gesunde Status der Taipei-Tokio Beziehungen, durch die Eröffnung eines Vertretungsbüros in Sapporo, Hokkaido verdeutlicht werde und auch durch die Unterzeichnung eines bilateralen Investitionsschutzpaktes. Weitere Indizien seien der Beginn gegenseitiger „Working Holiday“ Programme, häufiger kultureller Austausch, wie beispielsweise die bevorstehende Ausstellung des National Palace Museums im National Art Center Tokio und dem Kyushu Museum nächstes Jahr.

Der Beginn direkter Flüge zwischen den Flughäfen Taipei Songshan und Tokio Haneda, sowie das „Open Sky“ Abkommen halfen dabei, den zwischenmenschlichen Austausch anzukurbeln – unterstrichen auch durch das Erreichen der 3 Millionen Rekordzahl bezüglich der wechselseitigen Besuche im letzten Jahr.

An der wirtschaftlichen Front, ist Taiwan Japans viertgrößter Handelspartner und Japan der zweitgrößte für Taiwan. Investitionen japanischer Firmen in Taiwan erhöhten sich erheblich nach der Unterzeichnung eines bilateralen Investitionsschutzpaktes und des „Cross-Straits Economic Cooperation Framework Agreement“ (ECFA).

Ein weiterer wichtiger Faktor stellt das „Patent Highway Memorandum of Unterstanding“ dar, welches Patentanmeldungen in beiden Ländern enorm beschleunigt.

Präsident Ma sagte, er sei sich bewusst, dass einige japanische Firmen planten, ihre Überseegeschäfte nach Taiwan zu verlagern und glaubten, großes Potential in dieser Region zu finden. Wir hoffen sehr, die bilateralen Beziehungen mit Japan durch die Unterzeichnung eines wirtschaftlichen Kooperationsabkommens zu festigen und auszuweiten.

Der Präsident betonte, solch ein Abkommen sei konform mit seinem Baukastenprinzip, den bilateralen Wirtschaftsaustausch auszuweiten. Diese Maßnahme legt ebenfalls den Grundstein für Taiwan, Handelspakten beizutreten, wie beispielsweise dem „Trans-Pacific Partnership“ und der „Regional Comprehensive Economic Partnership“.

Bezüglich regionaler Sicherheit, bestätigte Ma, dass die Friedensinitiative im Ostchinesischen Meer ein funktionsfähiges Mittel darstelle, um die Streitigkeiten um die Diaoyutai Inseln friedvoll zu lösen. Trotz der felsenfesten Haltung der Regierung der Republik China bezüglich der Souveränität der Diaoyutai Inseln, betonte Ma, dass es viele Möglichkeiten gebe, die natürlichen Ressourcen der Region zu teilen.

Die Zusage der Regierung der Republik China als Friedensstifter der Region zu agieren, erlaubt es Taiwan nach neuen Wegen zu suchen, um die Spannungen und den Konflikt über diese Angelegenheit zu reduzieren, die seit den letzten vier Dekaden nicht gefunden wurden.

Die von Präsident Ma am 5. August 2012 vorgeschlagene fünf-Punkte Initiative fordert alle Parteien auf, von antagonistischen Aktionen abzusehen; den Dialog nicht abzubrechen; internationales Recht zu beachten; Streitigkeiten durch friedvolle Maßnahmen zu lösen; und einen Mechanismus zu kreieren, um Ressourcen auf einer kooperativen Basis zu erforschen und zu entwickeln.

Die Initiative schlägt vor, dass Taiwan, Japan und Festlandchina bilaterale Diskussionen führen, bevor sie zu trilateralen Verhandlungen übergehen und einen Konsens für die Beilegung von Streitigkeiten finden.

Der taiwanisch-japanische Fischereipakt, welcher am 10. Mai in Kraft trat dient als gutes Beispiel für den Geist der Friedensinitiative im Ostchinesischen Meer. Taiwan wünscht die Kommunikation mit Tokio, über eine Erweiterung des Fischereipaktes auf andere Bereiche gegenseitigen Interesses, fortzuführen.

Gemeinsam mit einem ähnlichen Pakt zwischen Tokio und Peking, hat das Abkommen ein Fundament für drei-Wege Gespräche über die Fischereirechte und die Entwicklung natürlicher Ressourcen in der Region gelegt.

Es besteht die Hoffnung, dass alle Parteien Streitigkeiten auf eine pragmatische Art und Weise beilegen und die Kooperation steigern können, um das Ostchinesische Meer in eine Region des Friedens und der Kooperation zu transformieren.

Bezüglich des neuesten diplomatischen Streites zwischen Taipei und Manila über den tödlichen Beschusses des taiwanischen Fischers, Hong Shi-cheng, während eines Angriffs durch ein philippinisches Regierungsbootes in sich überlappenden exklusiven Wirtschaftszonen beider Länder, sagte Präsident Ma, dass der japanisch-taiwanische Fischereipakt als gutes Beispiel für Taiwan und die Philippinen diene, schnellstmöglich mit Fischereigesprächen zu beginnen, um ähnliche Vorfälle künftig zu vermeiden. Notwendige Ermittlungen seien mittlerweile abgeschlossen und man hoffe auf eine Beendigung des Konfliktes, um die bilateralen Beziehungen wieder zu normalisieren.

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