Politiker stellen sich Berufsbetreuern

Politiker stellen sich Berufsbetreuern

Ab 11.00 Uhr treffen sich dort Politiker aus dem Bundestag und dem Berliner Abgeordnetenhaus zu öffentlichen Diskussionen. Teilnehmen werden daran auch Sozial-Experten, Betreuungsrichter (ehemals Vormundschaftsgerichte), die über die Bestellung der Betreuer/innen der Klienten entscheiden, und nicht zuletzt auch jene betroffenen Menschen, denen die Aufmerksamkeit und Fürsorge der Berufsbetreuer/innen gilt. Deren Berufsverband, der BdB, errichtet auf dem Potsdamer Platz eine Bühne, in deren Mittelpunkt ein rotes Sofa steht.

Bevor dieses Sofa zur Abschlussveranstaltung der Kampagne „Sozial & fair“ nach Berlin transportiert wird, stand es auf vielen zentralen Plätzen deutscher Städte. Immer wurde darauf diskutiert, wie die Folgen des Abbaus sozialer Förderungen gemildert werden können. Der BdB forderte dabei jeweils:

1.
Abkehr von einer Pauschalierung der Arbeitszeit pro Klient, hin zur Finanzierung des tatsächlich notwendigen Aufwands je Einzelfall.
2.
Erhöhung der Vergütung auf mindestens 50,00 Euro netto pro Arbeitsstunde sowie Dynamisierung der Vergütung zur Absicherung der wirtschaftlichen Existenz.
3.
Anerkennung der Tätigkeit der Berufsbetreuer/innen als Beruf, für den als Qualifikation ein Masterstudiengang nachgewiesen werden muss.

Auch während der Abschlussveranstaltung auf dem Potsdamer Platz werden die Berufsbetreuer/innen noch einmal herausstellen, dass hinter ihren Forderungen die Sorge um das Wohl ihrer Klienten steht. Allein in Berlin-Brandenburg sind mehr als 102.000 Menschen auf die Unterstützung der etwa 1.600 Berufsbetreuer/innen angewiesen, die in der Region arbeiten.

Bundesweit benötigen mehr als 1,3 Millionen Menschen professionelle Unterstützung, um ihr Leben bewältigen zu können. Solange jedoch vom Gesetzgeber monatlich im Schnitt nur drei Arbeitsstunden pro Klient vorgesehen sind, die finanziert werden, arbeiten viele verantwortungsbewusste Berufsbetreuer/innen kostenlos mehr, um den bedürftigen Menschen zu helfen.

Unsere Gesellschaft und die sie vertretenden Politiker und Entscheider in den Sozialverwaltungen werden sich also fragen lassen müssen, was ihnen die alten, kranken und behinderten Menschen wert sind – und ob es sich ein Sozialstaat wie die Bundesrepublik Deutschland leisten kann, diese Menschen in ihrer Teilhabe am Leben in diesem Lande weiter an den Rand zu drängen.

Zur Kampagne
Weitere Informationen können online recherchiert werden unter
http://www.bdb-ev.de/110_Aktuelle_Kampagne.php
oder http://www.bdb-ev.de/109_BdB-Pressemitteilungen.php.