
Die Vereinigung „Gegen Ausbeutung durch Google“ hat am 17. Juli 2023 eine Online-Petition gegen die seit Jahren andauernde und praktizierte, gemeinsame wirtschaftliche und gesundheitliche Ausbeutung der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter der sogenannten Google Extended Workforce durch Google und seine Kontraktoren, Auftragnehmer, gestartet, um den fortwährenden Verstoß gegen die EU-Leiharbeitsrichtlinie durch Verleiher und Entleiher zu beenden. Die Petition richtet sich an Bundesminister Hubertus Heil in seiner Eigenschaft als Mitglied des EU-Rates für Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz, sowie an die Google Ireland Ltd. in seiner Eigenschaft als übergeordnetes Unternehmen für das europäische Geschäft von Google LLC.
Hintergrund der Petition ist folgender Sachverhalt, der von Google selbst bestätigt wurde. Im Jahr 2018 wurden Befürchtungen von Google durch The Guardian veröffentlicht, dass Google als „gemeinsamer“ Arbeitgeber (d.h. gesamtschuldnerisch haftend mit dem Verleiher, dem Auftragnehmer) im Vereinigten Königreich, in der EU aber auch in anderen Staaten eingestuft wird. Der Anteil der Leiharbeitnehmer ist seit dem Jahr 2018 von ca. 49,95 % auf nunmehr (Jahr 2023) ca. 51 – 55 % gestiegen. Im Jahr 2021 deckte The Guardian auf, dass Google zu diesem Zeitpunkt bereits seit zwei Jahren versuchte, die Forderung von Leiharbeitskräften nach gleichem Lohn zu unterdrücken.
Hintergrund der Petition sind auch die Skandale um einen der größten Vertragspartner von Google, Teleperformance S.A. mit Sitz in Frankreich. In den Jahren 2020 und 2021 wurde gegen Teleperformance ein ordentliches Verfahren vor der französischen Regierung und der OECD wegen Verletzung der Arbeitnehmerrechte und unrechtmäßiger Vergeltungsmaßnahmen eingeleitet. Im Dezember 2022 löscht die Gewerkschaft UNI kommentarlos eine sehr unangenehme Pressemitteilung und eine Studie über die Vergütung des CEO Daniel Julien und seiner Kollegen. In der Pressemitteilung wird Teleperformance von der Generalsekretärin der Gewerkschaft UNI als „nicht anständiger Arbeitgeber“ bezeichnet. Gleichzeitig veröffentlicht auch der Google-Vertragspartner Teleperformance im Dezember 2022 eine Sonderveröffentlichung, u.a. weil zwei US-Senatoren darauf aufmerksam gemacht haben, dass Teleperformance sich im Zusammenhang mit der möglichen Bereitstellung von Missbrauchsdarstellungen zu Schulungszwecken schuldig gemacht haben könnte. In den USA wird derzeit eine Sammelklage gegen Teleperformance wegen des Verlustes von Aktienvermögen aufgrund mangelnder Sorgfaltspflicht als Arbeitgeber vorbereitet. Diese Sammelklage bezieht sich jedoch ausschließlich auf den Schaden, der den Aktionären durch die verspätete Veröffentlichung von Finanzberichten im Zusammenhang mit den oben genannten Vorwürfen entstanden ist, und nicht auf den Schaden, der der erweiterten Belegschaft von Google, wie die Leiharbeitnehmer von Google selbst bezeichnet werden, entstanden ist.
Weitere Angaben und Ressourcen sind unter dem folgenden Repository abrufbar:
https://my.adminforge.de/s/rA5gSWmfm2qmfPp