Anmoderation:
Engagement für den Klimaschutz und die Umwelt wird jedes Jahr von
der Deutschen Bundesstiftung Umwelt belohnt – mit dem Deutschen
Umweltpreis. Mit einer halben Million Euro ist er der höchstdotierte
Umweltpreis Europas. Diesmal geht er an Forscher und Unternehmen in
Herzogenrath bei Aachen, in Freiburg und an einen ziemlich
prominenten Politiker in Russland. Die Preise übergibt am 31. Oktober
in Bremen Bundespräsident Christian Wulff.
Katrin Müller berichtet.
Beitrag:
Der Deutsche Umweltpreis schafft aber nicht nur materielle
Anreize, für den Umweltschutz zu forschen und sich zu engagieren –
die Preisträger empfinden die Auszeichnung vor allem als große EhreÂ
– so diesmal auch Dr. Winfried Barkhausen und Edwin Büchter, Gründer
der Firma Clean-Lasersysteme in Herzogenrath bei Aachen. Sie haben
eine Lasertechnik entwickelt, mit der man mithilfe von Licht
Oberflächen umweltfreundlich reinigen kann. Edwin Büchter dazu, wie
das Unternehmer-Duo die Nachricht aufgenommen hat:
(O-Ton 1: Edwin Büchter): „Die Freude war natürlich riesig. Wir
wussten erst gar nicht so richtig, was uns widerfahren war. Der erste
Gedanke war natürlich, dass wir es unbedingt mit unseren
Mitarbeitern, unserem Team teilen müssen, weil die auch wesentlichen
Anteil an dem Ganzen gehabt haben, und wir uns letztendlich als
„Leitwölfe“ verstehen, die das dann umgesetzt haben.“ (17 Sek.)
Ja und wie es zu der Idee gekommen ist, einen Laser gewissermaßen
zum Putzwerkzeug zu machen – das erklärt jetzt Dr. Winfried
Barkhausen:
(O-Ton 2: Dr. Winfried Barkhausen): „Die Idee ist eigentlich schon
frühzeitig entstanden, wo die Frage nach einer sehr schonenden
Oberflächen-Reinigungstechnologie gestellt wurde. Damals gab es noch
keine Gerätetechnik, um das in die Tat umzusetzen. Wir sind damals
als Pioniere hingegangen, haben Gerätetechnik entwickelt, die es
erlaubt, unter anderem im handgeführten Betrieb Oberflächen sehr
schonend und umweltgerecht zu reinigen.“ (25 Sek.)
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt unterstützt aber nicht nur
Unternehmen bei ihren Umweltinnovationen, sondern belohnt zum
Beispiel auch langjähriges Engagement im Umweltschutz. Deshalb geht
der Deutsche Umweltpreis in diesem Jahr auch an Dr. Rainer
Grießhammer, Mitglied der Geschäftsführung des Ökoinstituts in
Freiburg – er kämpft schon seit den 70er Jahren für die Umwelt:
(O-Ton 3: Dr. Rainer Grießhammer): „In den 70er Jahren war ja die
Umweltbelastung sehr hoch. Die Älteren werden sich daran erinnern:
Sehr hohe Verkehrsbelastungen, wilde Mülldeponien, usw. Dagegen
wollte ich mich wehren. Ich selbst bin ja Naturwissenschaftler, habe
Chemie studiert. Und ich hatte dann noch das große Glück, das
Öko-Institut kennen zu lernen, wo ich seitdem arbeite. Ich war damals
Mitglied – das Öko-Institut ist ja ein Verein, in dem man Mitglied
werden kann – und da bin ich beim Öko-Institut geblieben, und da
haben wir uns gegenseitig befruchtet.“ (37 Sek.)
Ja und deshalb wird er inzwischen auch gern als „Leitfuchs“ des
Freiburger Öko-Instituts bezeichnet. Darüber hinaus ist Rainer
Grießhammer unter anderem Wissenschaftlicher Beirat der
Bundesregierung beim Thema Globale Umweltveränderungen, der Stiftung
Warentest oder dem Kuratorium von Utopia, dem Internetportal für
strategischen Konsum – und unter www.ecotopten.de können wir
Verbraucher auch immer nachschauen, welche Haushaltsgeräte oder Autos
derzeit am umweltfreundlichsten sind. Auch Dr. Grießhammer hat sich
über den Deutschen Umweltpreis sehr gefreut:
(O-Ton 4: Dr. Rainer Grießhammer): „Ja das ist natürlich eine
riesige Auszeichnung – sowohl für mich, als auch für das
Öko-Institut. Der Deutsche Umweltpreis kommt ja sowohl von der
internationalen Bedeutung, als auch von der Preishöhe sozusagen
gleich nach dem Nobelpreis. Und dass auch noch Michail Gorbatschow
für seine Naturschutzstiftung mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet worden
ist, und ich mit ihm dann auf der gleichen Bühne stehe, ist nochmal
toll.“ (26 Sek.)
Ja und damit hat Dr. Grießhammer auch den diesjährigen
Ehrenpreisträger verraten – es ist der ehemalige Präsident der
Sowjetunion, Michail Gorbatschow. Er wird für sein internationales
Umweltschutzengagement geehrt. Hätte es ihn nicht gegeben, wären die
sowjetischen Truppen nicht aus Deutschland abgezogen und hätten
übrigens auch riesige ehemals als Militärflächen genutzte Naturareale
nicht freigegeben. Heute ist Gorbatschow Schirmherr für das „Grüne
Band“, Vorsitz der Umweltschutzorganisation „Green Cross
International“. Außerdem hat er eine Stiftung für
Nachhaltigkeitsprojekte. Forscher, Unternehmer und Politiker, die mit
dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet werden, nutzen das Preisgeld
meist für die Entwicklung neuer Ideen – für sie ist die Auszeichnung
aber vor allem auch eine ungeheure Motivation, weiter für den
Umweltschutz zu kämpfen und zu arbeiten.
Extra-O-Töne:
1. Edwin Büchter, Gründungsmitglied der Firma Clean-Lasersysteme
in Herzogenrath
2. Dr. Winfried Barkhausen, Gründungsmitglied der Firma
Clean-Lasersysteme in Herzogenrath
3. Dr. Rainer Grießhammer, Mitglied der Geschäftsführung des
Ökoinstituts in Freiburg
4. Dr. Rainer Grießhammer
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