Ostsee-Zeitung: OSTSEE-ZEITUNG (Rostock) zu Wikileaks/Assange

Der Staat dürfe nicht immer mehr über seine Bürger
wissen und gleichzeitig immer mehr von seinen Aktivitäten vor seinen
Bürgern geheim halten, glaubt Assange – und begreift seine weltweite
virtuelle Wikileaks-Wandzeitung als jene „Propaganda der Tat“, die
die verschworene geschlossene Gesellschaft der Wissenden und damit
Mächtigen transparenter machen soll. Das Misstrauen gegen
übermächtige, geheimniskrämerische und undurchschaubare Regierungen
wird auch durch solche Zahlen angefacht, mit denen man sich nicht
zuletzt wegen Wikileaks neuerdings genauer befasst. Und diese
zunehmend kritische Beobachtung des eigenen, sonst nur allzu gern
hinter Schleiern verborgenen Handelns sorgt auch für die heftigen
Reaktionen insbesondere in den USA, wo Ex-Präsidentschaftsaspirant
Mike Huckabee die Exekution Assanges befürwortete und
Ex-Vizekandidatin Sarah Palin seine Verfolgung nach Taliban-Art
forderte. In diesem ersten „Infokrieg“ wird offenbar mit sehr harten
Bandagen gekämpft.

Pressekontakt:
Ostsee-Zeitung
Jan-Peter Schröder
Telefon: +49 (0381) 365-439
jan-peter.schroeder@ostsee-zeitung.de