Ohne Schleifzüge ist kein sicherer Bahnverkehr möglich

Auch wenn Betriebsunterbrechungen im Bahnverkehr für die Fahrgäste oft ärgerlich sind, ist es notwendig, die Schienen in regelmäßigen Abständen zu schleifen. Nur so lässt es sich verhindern, dass die Schienen oder gar die Trassen dauerhaft geschädigt werden oder das Fahrverhalten nachteilig beeinflusst wird.

Instandhaltung

Das Schienenschleifen ist eine Instandhaltungsmaßnahme, die routinemäßig an den Schienen vorzunehmen ist. Je nach der Belastung der Schienen haben diese eine Lebensdauer zwischen 20 und 25 Jahren. Die Antriebs- und Bremskräfte moderner Züge und enge Fahrpläne belasten den Fahrweg.

Dies macht es notwendig, die Schienen mittels moderner Schleiftechnik alle drei bis vier Jahre zu schleifen. Dellen, Riffel, Rillen und andere Unebenheiten, die zu einem Verlust des Fahrkomforts führen können, werden mittels Spezialmaschinen entfernt. Bei diesem Vorgang werden 0,6 bis 1 Millimeter abgeschliffen.

Spezial-Fahrzeug

Da kein Verkehrsbetrieb über einen solchen Schleifzug verfügt, sind diese von Spezialfirmen anzumieten. Der achtachsige Zweirichtungs-Zug kommt in leuchtendem Gelb daher und ist eine Spezialanfertigung. Mit einer Länge von mehreren Metern und einem zulässigen Gesamtgewicht von mehreren Tonnen ist bereits der Antransport aufwendig. Pro Seite hat das Fahrzeug mehrere Schleifer, kann fünf Spurweiten schleifen und wird mittels eines Dieselmotors angetrieben. Dank der guten Filter sind weder in den Tunneln noch in den Stationen Abgase zu spüren. Auffallend sind lediglich seine enorme Lautstärke und die immense Staubentwicklung.

Die beiden Fahrerstände sind mit Bildschirmen, Computern, Druckern, Displays, Bedienkonsolen und Instrumententafeln ausgestattet. In den Fahrerständen sind die Schleifgeräusche nur als ein gleichbleibendes, leicht sägendes Geräusch wahrnehmbar. Da der Funkenschlag sehr stark ist, ist eine Vorreinigung der Stationsbereiche unabdingbar. Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass Müll und Unrat in Brand geraten.

Staubentwicklung und Funkenschlag

Da die Staubentwicklung hoch ist, kann dies zu Fehlalarmen der Brand- und Rauchmelder führen. Um dem vorzubeugen, ist ein Wässern des Gleisbettes nötig. Dies geschieht mittels an den Spitzen der Maschine angebrachten kleinen Wasserwerfern. Diese werden aus einem Tank gespeist, der 3.000 Liter fasst.

Vier Personen sitzen in den Fahrerkabinen. In der Regel müssen sich diese die Sperrpausen mit anderen Arbeiten an Weichen, Gleisen und anderen technischen Einrichtungen teilen. Die Maschine ist mit Sonden ausgestattet, die den voraus liegenden zu schleifenden Gleisabschnitt auf verborgene Brüche prüft. Werden Risse in den Schienen festgestellt, ist die Maschine individuell und manuell einzustellen. In den meisten Fällen ist ein einmaliges Schleifen nicht ausreichend, weshalb oft mehrere Fahrten über ein und denselben Abschnitt vonnöten sind. Die Besatzung entscheidet anhand von Schleif-Protokollen, wie oft der Vorgang durchzuführen ist.

Pro Schicht muss das Personal die Schleifscheiben wechseln, was in der Regel etwa 10 Minuten in Anspruch nimmt. Auch der Wassertank ist während der Benutzung regelmäßig aufzufüllen.

Betriebsunterbrechung

Um durch die mit dem Schleifen verbundene Betriebsunterbrechung so fahrgastfreundlich wie möglich zu gestalten, wird sich an Zeiten orientiert, in denen gewöhnlich die Fahrgastanzahl gering ist, so wie an Feiertagen und in Ferienzeiten.

Die Maschine ist in der Lage 350 Meter pro Stunde zu schleifen. Entsprechend können während einer Schicht im Optimalfall 2.000 bis 2.300 Meter geschliffen werden. Zur Schicht gehören gleichzeitig die Ein- und Ausschiebefahrten sowie der Schleifscheiben-Wechsel.

Effekt

Schäden am Fahrweg und den Schienen zu beseitigen, ist nicht nur zeitaufwendig, sondern kosten auch jede Menge Geld. Auch wenn der normale Fahrverkehr während der Schleifarbeiten eingeschränkt ist, dient dies Verbesserungen, die letztendlich dem Kunden einen erfahr- und spürbaren Mehrwert bieten.