Die Kapelle in Neersen bekommt viel Besuch, erklärt Brigitte Vander, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Kapelle Klein-Jerusalem: „Die deutsch-türkische Union war schon da, die Ritter vom Heiligen Grab kommen regelmäßig. Erst in der vergangenen Woche habe ich drei Führungen gemacht.“ Auch ihr Stellvertreter Heinz Amfaldern ist „im Einsatz“ für Klein-Jerusalem: „Bei der jüngsten Sternwallfahrt waren 1.200 Leute hier, darunter 280 Kinder.“
Das kulturhistorisch bedeutende Gebäude ist so beliebt, dass der kleine Führer zur Geschichte der Kapelle dringend überarbeitet und ergänzt werden musste. Das hat Brigitte Vander getan, und mit Hilfe ihres Vorstandskollegen Wolfgang Peter kam die Volksbank Mönchengladbach mit ins Boot, die 2.000 Euro für den Druck spendierte. Vorstand Otmar Tibes: “Wir honorieren damit das große und bewundernswerte Engagement der Interessengemeinschaft. Denn Eins ist klar: Ohne Engagement geht gar nichts.“
Von der nunmehr 3. Auflage der Broschüre der 16-seitigen, in Grün gehaltenen Broschüre wurden 10.000 Stück gedruckt. In eindrucksvollen Bildern und einem leicht verständlichen Text wird die Geschichte und Idee der Kapelle Klein-Jerusalem lebendig. Demnach ließ Gerhard Vynhoven die Kapelle zwischen 1596 und 1660 erbauen. Als Vikar in Anrath, Pfarrer in Osterath, und als Feldkaplan Jan von Werths „hatte er die Verwüstungen und die Leiden des Dreißigjährigen Kriegs durchlitten“, schreibt Brigitte Vander. Seine Idee habe aus einer möglichst getreuen Nachbildung der heiligen Stätten von Bethlehem und Jerusalem bestanden, um den Menschen „die ersten und letzten Tage des Herrn anschaulich vor ihre Seele zu stellen.“
Diese Absicht wirkt auch weit ins 21. Jahrhundert hinein, sind sich die Vorstände der Interessengemeinschaft einig: „Wir haben 10.000 Besucher im Jahr. Sie kommen zum Teil von weit her, aus Köln, sogar Münster. Außerdem wird unsere Kapelle bei Brautleuten immer beliebter.“ Diese positive Resonanz beflügelt die Interessengemeinschaft neue Mitglieder zu suchen: „Wir wollen unsere Arbeit auf ein möglichst breites Fundament stellen. Der Jahresbeitrag liegt bei zehn Euro.“ Geöffnet ist die Kapelle an jedem 2. Sonntag im Monat, zwischen 14.00 Uhr und 16.00 Uhr.