Reiterhalle Potsdam – eine historischen Kavallerie-Kaserne
Ein schönes Beispiel für die Umnutzung einer großräumigen Hallenkonstruktion ist die ehemalige Reithalle am Ruinenberg in Potsdam. Das Backsteingebäude gehörte früher zur Gardekavallerie-Kaserne, die nun für zivile Wohnzwecke genutzt wird. Die Herausforderung bei der Umnutzung der Reithalle bestand darin, dass der Charakter der durch große horizontale Fenster gegliederten Fassade nicht verändert werden sollte. Daher wurde die freitragende Konstruktion nicht in Etagenwohnungen, sondern in Gartenhäuser aufgeteilt, die die gesamte Gebäudehöhe durchmessen und im Mitteltrakt bis zu zwölf Meter hohe Decken mit Oberlicht aufweisen. Die einzelnen Wohnungen haben drei Ebenen, die mit einer innen liegenden Treppe verbunden sind. Alle Wohneinheiten sind in sich abgeschlossen und haben einen eigenen Zugang.
Reiterhalle Potsdam – Denkmalschutzobjekt ökologisch betrachtet eine Rarität
Eric Mozanowski hierzu: „Ökologische Bausanierungen gelten im Denkmalschutz nach wie vor eher als Rarität. Diese Reiterhalle verdeutlicht, welche Möglichkeiten für die Umsetzung der Nachhaltigkeit durch den Einsatz von Erneuerbare Energien zur Verfügung stehen. Das Energiekonzept der Sanierung der Reiterhalle baut auf regenerativen Energien und eine deutlich positive CO2 Einsparung kann somit erreicht werden.“
Eric Mozanowski gibt zu bedenken, dass die Umnutzung von Reithallen an sich nichts Besonderes ist. Bereits im 18. Jahrhundert hatte Herzog Karl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel seine Reithalle in eine Bibliothek umwandeln lassen – noch bevor ein gewisser Gotthold Ephraim Lessing hier eine Stelle als Bibliothekar antrat.
Bislang einzigartig ist dieses Projekt jedoch, dass bei der Umnutzung einer Reithalle auch der energetische Aspekt berücksichtigt worden ist – Öko-Denkmalschutz! Das Gebäude bezieht seine Heizenergie nahezu vollständig aus dem Erdreich, und zwar mittels einer 90 Meter tiefen Erdsonde, die die Wärme in das Haus zu einer zentralen Wärmepumpe führt. Die nicht sofort verbrauchte Energie wird in einem Pufferspeicher zwischengelagert und bei Bedarf aus dem Speicher zur Verfügung gestellt. Um einen möglichst hohen Wirkungsgrad zu erreichen, werden Fußbodenheizungen mit niedriger Vorlauftemperatur installiert. Ergänzend hierzu konnten auf dem Dach Sonnenkollektoren angebracht werden, so dass das Potenzial regenerativer Energien nahezu vollständig ausschöpft wird.
Weitere Beispiele hierzu werden diskutiert und Eric Mozanowski appelliert an die Teilnehmer, dass der Schutz von Ressourcen auch bei Denkmalsanierungen durch den Einsatz von Erneuerbarer Energie bewusst zum Tragen kommen kann – Nachhaltigkeit und Mehrwert sind der Gewinn.
V.i.S.d.P.:
Eric Mozanowski
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