ÖDP NRW fordert ein Verbot des Totalherbizids „Glyphosat“ – Mahnwache vor der Bayer-Hauptverwaltung

ÖDP NRW fordert ein Verbot des Totalherbizids „Glyphosat“ – Mahnwache vor der Bayer-Hauptverwaltung
Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen
 

(Leverkusen) – Mit einer Mahnwache vor dem Bayer-Werk in Leverkusen bekräftigte der Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen ihre Forderung nach dem Verbot des Totalherbizids „Glyphosat“. Der kleine Parteitag der ÖDP NRW hatte zuvor eine Resolution gegen dieses für Insekten und den Menschen schädliche Unkrautvernichtungsmittels beschlossen. Der Landeshautpausschuss der ÖDP befasste sich auf dem Landeshauptausschuss in Leverkusen mit der Vorbereitung der Europawahl und mit Bildungspolitik.

Das Totalherbizid Glyphosat mit dem offiziellen Namen „Roundup“ wird weltweit eingesetzt, um höhere Erträge in der Landwirtschaft zu erzielen. Dabei gibt es konzernunabhängige Studien, die zeigen, wie gefährlich dieses Pflanzengift ist. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen fordert ein Verbot des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat der Firma Monsanto, einer 100%-igen Toch-ter der Bayer AG, mit Sitz in Leverkusen.

Auf dem „kleinen Parteitag“ wird sich die ÖDP NRW auf den bevorstehenden Europawahlkampf vorbereiten. Die nordrhein-westfälische ÖDP ist mit 14 Kandidatinnen und Kandidaten auf der Europaliste der ÖDP gut vertreten. Auch dabei, die Spitzenkandidatin für NRW, technische Einkäuferin, Renate Mäule aus Hagen-Hohenlimburg. Die ÖDP NRW will bei der in 2019 stattfindenden Europawahl einen deutlichen Stimmenzuwachs erreichen. Ziel ist es, eben der Verteidigung des derzeitigen ÖDP-Mandats in Brüssel ein zweites Mandat für die ÖDP zu erringen. „Da es bei der Europawahl keine Sperrklausel gibt, können die Wähler unabhängig von taktischen Erwägungen ihre Stimme der Partei geben, von deren Programm sie überzeugt sind.“ So der Landesvorsitzende der ÖDP NRW, Martin Schauerte. „Die ÖDP erreicht in allen Wahlen ohne Sperrklausel deutlich bessere Ergebnisse. Eine Sperrklausel nimmt Parteien, die diese nicht erreichen, nicht nur die Mandate. Sie hält auch Wähler von der Wahl dieser Parteien ab. Dieser Grund, nur das geringer Übel zu wählen, ist in der Europawahl nicht vorhanden.“ Immerhin zähle die ÖDP zu den zwölf größten Parteien in Deutschland.

In seinem Bericht an den „kleinen Parteitag“ zeigte der Landesvorsitzende der ÖDP NRW, Martin Schauerte, die Aktivitäten der Landespartei in den letzten 12 Monaten auf. Ein Schwerpunkt der Partei waren der Kampf gegen die Rodung des Hambacher Forstes mit der Teilnahme an der Demonstration in Hambach. Die Partei sieht den vorläufigen Rodungsstopp als Erfolg der Protestbewegung. Die ÖDP NRW hatte in 2018 auch die Petition „Rettet die Dunkle Biene“ zur Erhalt dieser Bienenart in NRW auf den Weg gebracht. Die Teilnahme an der Demonstration in Lingen gegen die Exporte von Atombrennstäben nach Belgien war ein weiterer Schwerpunkt der ÖDP-Aktivitäten in NRW.

Auch konnte Schauerte auf gelungene Messeauftritte zurückblicken, die der ÖDP NRW auch einen guten Mitgliederzuwachs beschert hatte. Hierbei konnte der Europaabgeordnete der ÖDP, Prof. Dr. Klaus Buchner, seine Vorstellungen für eine bessere Landwirtschaftspolitik und die Bekämpfung multiresistenter Keime darstellen.

Der kleine Parteitag befasste ich in Anträgen mit der Bildungspolitik und dem Kohleausstieg.

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Text der Resolution

Leverkusener Resolution

Kein Glyphosat mehr in unserer Nahrungskette, Verzicht auf Thiacloprid

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen fordert ein Verbot des Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat der Firma Monsanto, einer 100%-igen Tochter der Bayer AG, mit Sitz in Leverkusen, sowie ein Verbot für Zierpflanzenprodukte mit dem Wirkstoff Thiacloprid, ebenfalls von Bayer im Verkauf.

Das Totalherbizid Glyphosat mit dem offiziellen Namen „Roundup“ wird weltweit eingesetzt, um höhere Erträge in der Landwirtschaft zu erzielen. Dabei gibt es konzernunabhängige Studien, die zeigen, wie gefährlich dieses Pflanzengift ist. Zunächst schadet es Menschen in Lateinamerika, wo das Besprühen der Felder aus dem Flugzeug heraus zu Missbildungen und Krebs geführt hat. Zum anderen wurde es bei uns im Essen nachgewiesen, so eine Stichprobe von „Markt“, siehe NDR.de Bericht von Melanie Stinn. Schließlich ist Roundup mit verantwortlich für das Sterben der Artenvielfalt auf unseren Äckern und Wiesen.

Das Nervengift aus der Gruppe der Neonikotinoide „Thiacloprid“ schadet den Bienen, so Neurobiologe Prof. Dr. Dr. Randolf Menzel von der Freien Universität Berlin. Er erklärt, dass der Orientierungssinn der Bienen geschädigt wird und sie nicht zurück in Ihren Stock finden. Es hat auch Auswirkungen für die Bienen, ihre Futterquellen untereinander zu kommunizieren. Kleingärtner, die dieses Mittel für ihre Zierpflanzen nutzen, werden über den großen Schaden der Nebenwirkungen nicht informiert.

Neben dem Verbot dieser Produkte fordern wir die Firma Bayer auf, Ihren Gewinn nicht mit Produkten zu erzielen, die Mensch, Tier und Umwelt zerstören. Stattdessen gäbe es genug Möglichkeiten des nachhaltigen Wirtschaftens, mit dem die Bayer AG Land & Leute nutzen könnte. Reine Profitgier und das Vergrößern von Marktanteilen, um den Lobbyismus noch mehr zu pflegen, lehnen wir ab.

Auch die Europäische Union ist gefragt. Die Überarbeitung der Pestizidverordnung ist dringend erforderlich. Während ein Neonikotinoid mühsam verboten wird, werden zwei andere zugelassen. Hier muss dringend eine konsequente Vorgehensweise zum Schutz der Umwelt umgesetzt werden.