
Düsseldorf, 07. April 2016 – Die deutsche Wirtschaft ist in guter Verfassung. Gleichwohl erfordere der demographische Wandel neue Investitionen in Menschen. Insbesondere die Erwerbstätigkeit älterer Menschen und die Integration von Frauen und Ausländern in Unternehmen muss unterstützt werden. Zu diesem Schluss kommt der neue OECD-Bericht für Deutschland.
Die OECD-Studie, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, hebt Deutschlands robuste Wirtschaftsleistung und Wettbewerbsfähigkeit hervor. Gleichzeitig weist sie auf die zahlreichen Herausforderungen hin, die sich aus der rapiden Alterung der Bevölkerung ergeben. Laut dem Generalsekretär Angel GurrÃa müsse die Wirtschaft ihre starke Position dazu nutzen, um verstärkt Migranten, Frauen und ältere Menschen zu integrieren. Dies könne dem demographischen Wandel entgegenwirken und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verbessern.
Deutsche Unternehmen befinden sich bereits auf einem Reformkurs, so die rebequa Programmleiterin Leonora Fricker. Allein in den letzten Jahren wurden verstärkt externe Beratungsleistungen zur Bewältigung des demographischen Wandels abgerufen und verweist auf die Ergebnisse der bundesweiten Umfrage unter 1.150 Beratern. Gemäß den Umfrage-Ergebnissen ist die Nachfrage nach einer qualifizierten Demographie-Beratung innerhalb von zwei Jahren um knapp 30 Prozent gestiegen. Insgesamt haben über 26.300 Unternehmen eine Demographie-Beratung in Anspruch genommen. „Diese Zahlen verdeutlichen eindrücklich, dass Unternehmen den demographischen Wandel bewältigen und ins Tun kommen wollen“, so Fricker weiter.
Qualifizierte Demographie-Berater in kommunalen Wirtschaftsförderungen bemängeln gleichwohl, dass staatliche Förderungen für Betriebe zur Verbesserung der Beschäftigung von Älteren zurückgefahren werden. „Die Klientel 50plus wird ja eher mehr als weniger, da ist es schlecht verständlich, warum etablierte Programme, wie zum Beispiel Perspektive50plus, beendet werden“, so ein Demographie-Berater aus dem Ruhrgebiet. Der kommunale Demographie-Berater Jens Stecher aus dem baden-württembergischen Ortenaukreis sieht auch durch die wachsende Digitalisierung große Umstrukturierungen auf die Betriebe zukommen: „Für die Mitarbeiter heißt das, dass sie eventuell ihren Job an einen Roboter verlieren und mit 50 Jahren plötzlich Probleme haben eine neue Stelle zu finden.“