Die NRW-Familieministerin Ute Schäfer (SPD) hat sich
im Interview mit der WDR-Sendung „frauTV“ für eine Ãœbernahme der
Kosten rezeptpflichtiger Verhütungsmittel für Empfängerinnen von
Arbeitslosengeld 2 und Sozialhilfe durch den Staat ausgesprochen. Es
sei „unendlich viel humaner und sinnvoller, mit öffentlichen Geldern
ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden, als
Schwangerschaftsabbrüche zu finanzieren“, so Schäfer. Allerdings
seien die Länder nach einem Gesetz des Bundes verpflichtet, für
bedürftige Frauen die Kosten für Schwangerschaftsabbrüche zu
übernehmen. Die Gelder umleiten könne man nicht. „Aus meiner Sicht
wäre es die beste Lösung, die Leistungen des Arbeitslosengeldes 2 und
der Sozialhilfe entsprechend zu erhöhen“, so Schäfer. Dies könne sie
als Landesfamilienministerin allerdings nur anregen, da für die Höhe
dieser Leistungen das Bundessozialministerium zuständig sei.
Hintergrund ist die Erkenntnis der Beratungsstelle für
Sexualpädagogik „pro familia“, dass viele bedürftige Frauen sich die
Verhütung mit der Pille nicht mehr leisten können. Die Folge sei, so
„pro familia“, dass die Zahl der ungewollten Schwangerschaften und
damit auch die Zahl der Abtreibungen steige. Paradoxerweise gebe NRW
jährlich rund 9,5 Millionen Euro für Abtreibungen bedürftiger Frauen
aus, die Kosten für Verhütungsmittel würden aber nicht übernommen.
Mehr dazu sehen Sie am Donnerstag, 14. Oktober, 22 Uhr, in
„frauTV“ im WDR Fernsehen.
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