NOZ: NOZ: EVP-Fraktionschef Weber fordert weitere Sanktionen gegen Russland

Deutsche Staatsspitze sollte Fußball-WM in
Russland boykottieren

Osnabrück.- Der Fraktionschef der christdemokratischen
EVP-Fraktion im Europaparlament Manfred Weber fordert weitere
Sanktionen gegen Russland. In einem Interview mit der „Neuen
Osnabrücker Zeitung“ (Montag) sagte der CSU-Europapolitiker: „Europa
muss bei neuen Eskalationen seitens der russischen Regierung zu
weiteren Maßnahmen bereit sein.“ Zur Begründung nannte Weber das
politische Vorgehen der russischen Regierung, die nach wie vor
militärische Gewalt als Mittel der Politik einsetze. „Solange
Russland in der Ostukraine einen stillen Krieg führt und mit
Desinformationskampagnen Europa destabilisieren will, muss sich
Europa verteidigen.“ Seiner Ansicht nach hat Russland „ein schwaches
und zerstrittenes Europa als Ziel, um selbst neue Stärke zu
gewinnen.“ Er füge hinzu: „Das dürfen wir nicht zulassen – auch wenn
wir immer gesprächsbereit bleiben müssen. Das sind die zwei
Leitplanken der Russland-Politik.“

Mit Blick auf die Fußball-WM in Russland forderte Weber, die
deutsche Staatsspitze sollte nach dem Vorbild der Briten nicht an den
Spielen teilnehmen: „Wir dürfen Putin keinen diplomatischen
Propaganda-Erfolg gönnen.“ Weber lehnt Sanktionen gegen Ex-Kanzler
Gerhard Schröder (SPD), der Aufsichtsratschef beim russischen
Energiekonzern Rosneft ist und als wichtigster Lobbyist für den
russischen Präsidenten Putin gilt, allerdings ab. Der CSU-Politiker
sagte: „Jeder Politiker muss selbst überlegen, wie er mit seinem
Andenken und seiner politischen Leistung umgeht. Da richtet sich
Gerhard Schröder selbst, das muss man nicht weiter kommentieren.“

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