Die aktuelle Untersuchung beschreibt die sich
verändernde Rolle der Frau in Wirtschaft und Gesellschaft. Zusätzlich
wurde im Auftrag des DIA eine repräsentative Befragung von 1.035
Frauen zwischen 18 und über 70 Jahren durchgeführt, die die Thesen
der Studie untermauert. Danach werden die Unterschiede zwischen
Männern und Frauen in Wirtschaft und Gesellschaft deutlich schwinden.
Die immer bessere Ausbildung der Frauen und die demografisch bedingte
Verknappung von Arbeitskräften werden zu einem signifikant höheren
Einkommen führen. „Frauen wandeln sich von der Nur-Hausfrau und
Mutter zu einem festen Bestandteil der Erwerbstätigen, sie
unterbrechen ihre Arbeit vorwiegend aufgrund von Erziehungszeiten,
planen die Rückkehr in den Beruf und setzen diese auch um“, so die
Autorinnen der DIA-Studie Eva Kreienkamp, Gerda Frisch und Julia
Gabrysch. Kombiniert mit Kinderbetreuung, zurückgehenden
Erziehungszeiten sowie der zunehmenden Vereinbarkeit von Beruf und
Familie erwarten sie deshalb eine größere Einkommens- und damit auch
Rentengleichheit zwischen den Geschlechtern.
Ost: Nur 6 Prozent Einkommensunterschiede zwischen Geschlechtern
Derzeit sieht die Wirklichkeit noch anders aus. Europaweit verdienen
Frauen 17,4 Prozent weniger als Männer, in Deutschland beträgt die
Differenz sogar 23 Prozent. Dabei zeigt sich ein deutlicher
Unterschied zwischen Ost und West: In den Neuen Bundesländern beträgt
der Einkommensabstand nur sechs Prozent, in den alten Bundesländern
dagegen 24 Prozent.
Rentenlücke zwischen Männern und Frauen
Bei der gesetzlichen Rente setzt sich die Einkommenslücke zwischen
den Geschlechtern, auch hier mit großen Unterschieden zwischen Ost
und West, fort. Rentnerinnen aus dem Osten Deutschlands haben meist
Vollzeit gearbeitet und damit höhere Rentenanwartschaften erworben.
Hier beträgt die Rentenlücke zwischen den Geschlechtern nur 16
Prozent, im Westen dagegen 35 Prozent. Bei einer Rentenbezugsdauer
von 20 Jahren für 20 Millionen Frauen und 15 Jahren für 20 Millionen
Männer summiert sich die geschlechterspezifische Rentenlücke in
Deutschland auf eine Billion Euro zu Lasten der Frauen. Sie wird in
Zukunft deutlich abnehmen.
Frauen aktiv bei Altersvorsorge und Geldanlage
Schon heute übernehmen 80 Prozent der Frauen selbst Verantwortung
für ihre Alterssicherung nach dem Drei-Säulen-Prinzip: Fast zwei
Drittel zahlen in die Gesetzliche Rentenversicherung ein, mehr als
die Hälfte spart im Rahmen der privaten Altersvorsorge und mehr als
ein Viertel innerhalb der betrieblichen Variante. Knapp 30 Prozent
der Frauen rechnen mit bis zu 500 Euro Rente und 33,5 Prozent mit bis
zu 1.000 Euro.
Auch über die Altersvorsorge hinaus sparen heute fast drei Viertel
der Frauen. Sie nutzen dafür Bankkonten (43 Prozent) oder legen ihr
Geld in Versicherungsprodukten bzw. Wertpapieren und Fonds (jeweils
14 Prozent) an. Ziele ihrer Spartätigkeit sind zu jeweils 60 Prozent
finanzielle Unabhängigkeit und die Sicherung des Lebensstandards.
Fazit: Gute Aussichten für gut ausgebildete Frauen „70 bis 80 Prozent
der Frauen werden in Zukunft materiell gut gestellt sein“, so das
Resümee von DIA-Sprecher Bernd Katzenstein. Gerade bei Frauen bis 40
sichern gute Ausbildung und Erwerbsorientierung eigene
Alterseinkünfte, bei manchen sogar aus allen drei Säulen der
Altersvorsorge. „Der Gesetzgeber ist jetzt gefordert, die
geschlechterkulturellen, steuerlichen und rechtlichen
Rahmenbedingungen anzupassen. Wirtschaft und Politik werden
Organisationsprozesse, Infrastrukturen und soziale Sicherungssys-teme
auf diese neue Generation von erwerbstätigen Frauen ausrichten
müssen, um diese wichtige Ressource für den Arbeitsmarkt nachhaltig
nutzen zu können.“
Quelle: Deutsches Institut für Altersvorsorge (DIA)
Die aktuelle DIA-Studie „Frauen und ihre Altersvorsorge“ kann
unter www.dia-vorsorge.de angefordert werden.
Für Rückfragen der Redaktion und weitere Informationen wenden Sie
sich bitte an:
DIA-Sprecher Bernd Katzenstein, Telefon: 0221 / 9242 8105 oder per
E-Mail an katzenstein@dia-vorsorge.de