Goodbye, Ein-Euro-Jobs! Die Bundesagentur für
Arbeit will die Zahl dieser Stellen deutlich zurückfahren. Dies ist
auch ein Eingeständnis, dass dieses stets umstrittene
arbeitsmarktpolitische Instrument auf ganzer Linie versagt hat. Die
Billig-Jobs erhöhen eben nicht die Chancen, zurück in den ersten
Arbeitsmarkt zu gelangen. Die Vermittlungsquote unter den
Ein-Euro-Jobbern liegt in manchen Arbeitsagenturen bei nicht einmal
drei Prozent. Die »Arbeitsgelegenheiten mit
Mehraufwandsentschädigung« – wie die Ein-Euro-Jobs offiziell heißen –
waren eine tragende Säule des Hartz-IV-Konzeptes. Im Zusammenspiel
mit Sanktionsdrohungen gegen Unwillige erhöhte man so die
Bereitschaft, nahezu jede Stelle anzunehmen – sei sie auch noch so
schlecht bezahlt.
Die Billig-Jobs waren nie darauf ausgelegt, den Betroffenen zu
helfen. Dabei leiden viele Langzeitarbeitslose unter dem Gefühl,
nicht mehr gebraucht zu werden. Besonders Ältere, Alleinerziehende
und Menschen mit Behinderungen haben kaum eine Chance, den Weg zurück
in den ersten Arbeitsmarkt zu finden. Für diese Gruppe will man nun
einen sozialen Beschäftigungssektor schaffen. Bleibt nur zu hoffen,
dass diese öffentlich geförderten Stellen auch angemessen entlohnt
werden. Soziale Arbeit auf Hartz-IV-Niveau wäre nichts anderes als
ein Placebo für ein nachhaltiges Beschäftigungskonzept für Menschen,
deren Arbeitskraft vom Markt nicht mehr nachgefragt wird.
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