Die Schüsse auf den Wahlkampfkonvoi von Lula sind
eine neue Drehung in der brasilianischen Gewaltspirale. „Brasilien
befindet sich in einer schweren politischen Krise“, sagte Guilherme
Boulos der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“
(Donnerstagausgabe). Für Boulos, der im Oktober als
Präsidentschaftskandidat der Partei für Sozialismus und Freiheit
(PSOL) antritt, ist der Prozess gegen Lula eine Farce: „Die Justiz
verhält sich wie eine politische Partei, um Lula von den Wahlen
auszuschließen. Es ist eine Sache Differenzen mit der PT zu haben –
und die haben wir. Aber wir werden uns nicht zum Komplizen dieser
Justiz machen.“
Für Brasiliens Zukunft fordert er einen tiefgreifenden Wandel:
„Wir brauchen eine umfassende Demokratisierung des politischen
Systems. Auch die Medien müssen demokratisiert werden. Daneben
kämpfen wir für eine Agrarreform sowie für eine urbane Reform.“
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