Antibiotikaresistente Keime verbreiten sich weiter
unkontrolliert in deutschen Gewässern und Brunnen. Das ist ein
Ergebnis der diesjährigen Mess- und Informationstour von Greenpeace
durch 21 Städte und weiterer Probenahmen durch Greenpeace-Experten in
Seen, Flüssen und Bächen. In 38 Prozent der untersuchten
Wasserproben fanden sich multiresistente Erreger vom Typ ESBL (Der
Report mit allen Ergebnissen: https://act.gp/2QY50V0). Die Funde sind
alarmierend: Sie liefern weitere Hinweise auf die von der
Massentierhaltung ausgehenden Umweltschäden und Gesundheitsrisiken.
„Wenn sich diese Keime ausbreiten, wächst die Gefahr, dass immer mehr
Antibiotika als wichtigste Waffe gegen Infektionskrankheiten ihre
Wirksamkeit verlieren“, sagt Dirk Zimmermann, Landwirtschaftsexperte
bei Greenpeace. „Werden weniger Tiere artgerecht gehalten, lässt sich
der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung reduzieren. Damit
würden aus unseren Ställen weniger Antibiotikaresistenzen
verbreitet.“
Multiresistente Erreger gelangen über Gülle in die Umwelt
Eine systematische Kontrolle durch regelmäßige und flächendeckende
Probennahme würde genauere Erkenntnisse zu Ausbreitung und Herkunft
der Keime liefern. „Das genaue Ausmaß des Problems ist nicht einmal
bekannt, deshalb müssen sich die Bundesländer jetzt dringend auf ein
bundeseinheitliches Verfahren zur Kontrolle und Beobachtung einigen.
Nur so lassen sich die Ursachen der Verbreitung bekämpfen“, sagt Dirk
Zimmermann. „Jeder antibiotikaresistente Erreger in der Umwelt ist
einer zu viel.“ Sicher ist: Die massenhaft in der Landwirtschaft
ausgebrachte Gülle hat daran einen Anteil. 2017 fand Greenpeace im
Rahmen einer Untersuchung von Schweinegülle aus ganz Deutschland in
13 von 19 untersuchten Proben multiresistente Erreger. Werden Felder
mit zu viel Gülle aus der Tierhaltung überdüngt, gelangen diese Keime
in Bäche und Flüsse und schließlich in die Meere.
Wasserschutz durch Abbau der Tierbestände und bessere Haltung
Die Messungen belegen auch eine hohe Nährstoffbelastung der
Gewässer. In 60 Prozent der von Greenpeace genommenen und
untersuchten Wasserproben lagen die Werte über dem gesetzlich
vorgegebenen Jahresmittelwert für gute Wasserqualität.
Brunnenwasser-Proben von Besuchern der Greenpeace-Infotour waren in
13 Prozent der Fälle (31 von 237 Proben) über dem Grenzwert für
Trinkwasser mit Nitrat belastet. „Die Ãœberdüngung gefährdet
Gesundheit und Umwelt“, sagt Dirk Zimmermann. „Die Bundesregierung
muss endlich handeln, um uns und die Umwelt vor den Folgen der
Massentierhaltung zu schützen. Notwendig ist ein gezielter Abbau der
Tierbestände und eine bessere Haltung.“
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Dirk Zimmermann, Tel.
0160-5814942, oder Pressesprecherin Kristina Oberhäuser, Tel.
0151-62378128. Den Report mit allen Testergebnissen finden Sie unter:
https://act.gp/2QY50V0 Fotos erhalten Sie unter Tel.
040-30618-376/-377. Internet: www.greenpeace.de.
Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340, Email
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