„Natürlich verteidige ich die Redaktion“: „Bild“-Ombudsmann Ernst Elitz über seine Arbeit

Der Ombudsmann von „Bild“, Ernst Elitz,
stellt sich im „medium magazin“ vor die Journalisten und benennt
zugleich klare Fehler der Redaktion. Elitz nimmt die Reporter vor dem
Vorwurf in Schutz, nicht korrekt im Syrien-Krieg zu recherchieren. Es
sei in manchen Fällen auch richtig von „Bild“, authentische Fotos von
Terroranschlägen zu zeigen, um „das Grauen nicht wegzuschieben, indem
man es bildlich verdrängt“. Elitz ärgert sich in einem „medium
magazin“-Interview aber auch über journalistische Fehler der
Redaktion.

So versäume es die „Bild“-Redaktion teilweise, ihrer Verpflichtung
gerecht zu werden, Hilfsangebote für Betroffene in Berichten über
Suizide zu nennen. Es sei außerdem passiert, dass „Bild“-Journalisten
das Zwei-Quellen-Prinzip verletzt haben oder Täter- und Opfer-Fotos
vertauschten. Elitz sagt, seine Präsenz sensibilisiere in der
alltäglichen Arbeit, wenngleich nicht immer alle offen für Kritik
seien: „Natürlich ruft es nicht reine Freude hervor, wenn ich
fehlerhaftes Verhalten schon mit der Ãœberschrift anprangere: –Ein GAU
für die Redaktion–.“

Elitz verteidigt seine Ombudsmann-Rolle gegen die Kritik, er sei
nur ein Feigenblatt für „Bild“. „Natürlich verteidige ich die
Redaktion“, sagt Elitz. Seine Rollen als Kommentator oder Dozent an
Springers Akademie habe genauso wenig Einfluss auf seine Arbeit wie
die Tatsache, dass er für Blätter wie „Cicero“ schreibe oder
Master-Arbeiten an der Freien Universität Berlin korrigiere.

Als Ombudsmann erhalte er inzwischen weniger als 120 Zuschriften
pro Woche, die es zu Beginn waren: „Es hat sich um die vermindert,
die erst einmal ihre Weltverschwörungstheorien gedruckt sehen
wollten, und um diejenigen, die wie üblich jede neue Adresse nutzen,
um Ekeltiraden loszuwerden.“

Das Interview von Katy Walther mit Ernst Elitz erscheint in
„medium magazin“ 01-2018, Seite 21, in einem Schwerpunkt über
Fehlerkultur und Fact-Checking. Das Heft ist digital unter
mediummagazin.de und im iKiosk verfügbar und kann gedruckt einzeln
gekauft oder abonniert werden. Blick ins Heft:
http://www.mediummagazin.de/medium-magazin-012018/

Pressekontakt:
Annette Milz, Chefredakteurin medium magazin,
redaktion@mediummagazin.de

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