NABU startet Projekt zum Thema Plastikmüll im Meer

Der NABU will sich stärker gegen die zunehmende
Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll engagieren und hat vor
diesem Hintergrund ein bundesweites Projekt zum Thema gestartet.
Neben Information und Aufklärung der Öffentlichkeit und Beratung von
Politik und Wirtschaft sind gezielte Aktionen, wie zum Beispiel
Strandreinigungen und Aufstellen von Sammelcontainern sowie
Initiativen mit Fischern geplant.

„Mehr als 6,4 Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jedes Jahr in
die Ozeane. Auch die Nord- und Ostsee sind inzwischen stark durch die
Plastikflut bedroht. Es ist höchste Zeit, zu handeln. Alle sind
aufgerufen, zu verhindern, dass die Meere weiter als Müllkippe
missbraucht werden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Hauptverursacher in der Nordsee seien die Fischerei und Schifffahrt
durch verloren gegangene Netze und illegal entsorgte Plastikabfälle,
aber auch der Zufluss von Land über kommunale Abwässer und
Mülldeponien ließen den Plastikmüll im Meer immer weiter anwachsen.

Im Mittelpunkt des Projekts soll eine sogenannte „Fishing for
Litter“-Initiative stehen. Wie in Schottland oder den Niederlanden
sollen Fischer auch an deutschen Küsten dafür gewonnen werden,
Abfälle, die sich in ihren Netzen verfangen, aus dem Meer zu
entfernen. „Dabei ist es unbedingt notwendig, die Abfallentsorgung in
den Häfen zu verbessern und eine kostenlose Müllabnahme zur Verfügung
zu stellen. Hier setzt das NABU-Projekt an und sucht dabei die
Unterstützung der zuständigen Ministerien, Fachbehörden und
Kommunen“, erläuterte NABU-Meeresschutzexperte Kim Detloff.

Bislang bestehen nur wenige verbindliche Abkommen, um die
Verschmutzung der Ozeane zu verhindern. Ein Signal in die richtige
Richtung ging von der im Juni 2008 verabschiedeten europäischen
Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie aus, die einen guten Umweltzustand
der europäischen Meere bis 2020 erreichen will und den Eintrag von
Abfällen in die Meere als dabei zu berücksichtigendes Kriterium
listet. Ein weiterer Schritt wird das Abkommen zum Schutz der
Meeresumwelt des Nordostatlantiks (OSPAR) bei der bevorstehenden
Ministerkonferenz im norwegischen Bergen (20.-24.9.) sein. Dort soll
eine Empfehlung an die Mitgliedsstaaten verabschiedet werden, um
nationale „Fishing for Litter“-Programme auf den Weg zu bringen. „Das
sind dringend notwendige Entscheidungen. Uns bleibt nicht mehr viel
Zeit, die Plastikflut in den Ozeanen einzudämmen. Millionen
Meerestiere verenden jährlich weltweit an den Hinterlassenschaften
unserer Wegwerfgesellschaft, indem sie diese verschlucken oder sich
in ihnen verheddern“, so Detloff.

Die Initiative wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz
und Reaktorsicherheit, vom Umweltbundesamt und aus den Erlösen der
Briefmarke mit dem Plus gefördert und inhaltlich vom Umweltbundesamt
unterstützt.

Ausführliche und stetig aktualisierte Informationen zum Projekt
unter http://www.nabu.de/themen/meere/plastik/

Originaltext vom NABU

Pressekontakt:
Dr. Kim Detloff, NABU-Meeresschutzexperte, 030-284 984 1626, mobil
0152-09202205.
Kathrin Klinkusch, NABU-Pressesprecherin, Tel. 030-284984-1510.

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