Mitteldeutsche Zeitung: Euro-Krise Linken-Chef Ernst warnt bei Ausstieg Athens aus dem Euro vor einer Hungersnot in Griechenland

Der Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, hat im
Fall eines Ausstiegs Griechenlands aus der Euro-Zone vor einer
Hungersnot gewarnt. „Es ist absolut verantwortungslos, den
Euro-Ausstieg Griechenlands herbei zu reden“, sagte er der in Halle
erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Online-Ausgabe) mit Blick
auf entsprechende Stimmen aus der Union. „Die Folgen dieses Schrittes
werden verharmlost. Dann würden fast alle Griechenland-Anleihen in
Drachme laufen und entwertet. Mit unkalkulierbaren Folgen für die
Gläubiger.“ Aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine
Anfrage Ernsts ergibt sich, dass 94 Prozent der Griechenland-Bonds
nach griechischem Recht laufen und beim Ausstieg in Drachme
umgewandelt werden können. Ernst fügte hinzu: „Außerdem ist
Griechenland Großimporteur von Lebensmitteln und Medikamenten. Wenn
Importe von einem Tag auf den anderen nicht mehr in Euro bezahlt
werden, dann drohen in Griechenland eine Hungersnot und eine
Gesundheitskrise.“ Das Land brauche Hilfen für Wachstum und einen
fairen Schuldenschnitt, so der Parteivorsitzende. In den letzten
Tagen hatten unter anderem Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU)
und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt einen Ausstieg
Griechenlands aus der Euro-Zone nicht ausgeschlossen.

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