„Minister Rösler muss Schlecker in die Schranken weisen“ / Becker: Arzneimittelsicherheit durch Datenleck in Gefahr

Laut BILD könnten 150.000 Kundendatensätze sowie
mehr als 7 Millionen E-Mail-Adressen von Schlecker, die wegen einer
Datenlücke bis gestern öffentlich im Internet zugänglich waren, in
die Hände krimineller Geschäftemacher geraten. Demnach befürchten
Datenschützer, dass beispielsweise Anbieter gefälschter und nicht
zugelassener Medikamente die Kunden im Namen von Schlecker
anschreiben. Die Kunden würden laut BILD dem Absender vertrauen, die
Arzneimittel kaufen und ihre Bankdaten herausgeben.

„Bundesgesundheitsminister Rösler ist jetzt am Zug und muss
Schlecker in die Schranken weisen. Die Arzneimittelsicherheit ist in
Gefahr. Es ist unerträglich, wie schlampig der Konzern erneut mit
sensiblen Daten von Kunden und Patienten hantiert. Immerhin betreibt
Schlecker hinter der deutschen Grenze eine Versandapotheke, die über
die Schlecker-Filialen im Pick-up-Modell mit Kundenaufträgen und mit
Daten versorgt wird“, kritisiert Fritz Becker, Vorsitzender des
Deutschen Apothekerverbandes (DAV).

Die Apotheker fordern die Politik auf, die lange geplanten
Maßnahmen gegen den massenhaften miserablen Umgang mit Daten und dem
Mangel an Verantwortung einen Riegel vorzuschieben. Becker: „Kürzlich
haben es die Drogeriemarktketten erneut geschafft, das über
Parteigrenzen hinweg seit Jahren geforderte Pick-up-Verbot von
Arzneimitteln auszuhebeln. Jetzt zeigt sich einmal mehr und dafür
hunderttausendfach, dass es bei dieser berechtigten Verbotsforderung
nicht um die Interessen von Apothekern geht, sondern um die
Arzneimittelsicherheit von Patienten und die persönliche
Verantwortung gegenüber Versicherten.“

Der jüngste Datenschutzskandal verdeutlicht das Risiko, Konzernen
die Gesundheitsversorgung zu überlassen. Becker: „Zusätzlich will die
Regierung im Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) den
Wettbewerb im Pharmagroßhandel ausschalten und die Macht von einer
Handvoll marktdominierenden Konzernen festzurren. Auch hier muss ein
Umdenken einsetzen.“

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