Middelhoff weist alle Vorwürfe zurück

Der frühere Vorstandschef des insolventen
Arcandor-Konzerns Thomas Middelhoff hat unmittelbar vor Beginn des
Schadenersatzprozesses gegen ihn alle Vorwürfe zurückgewiesen. „Diese
Klage ist ohne Substanz und damit verbunden auch die Kampagne, die
ich zwei Jahre über mich ergehen lassen musste“, sagte Middelhoff der
ZEIT. Der Insolvenzverwalter des Handelskonzerns Arcandor Klaus
Hubert Görg hatte Middelhoff vor dem Landgericht Essen auf 175
Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Der Prozess beginnt am
Mittwoch, den 13. April 2011.

„Herr Görg hat eine Theorie, die jeden Wirklichkeitsbezug
vermissen lässt“, sagte Middelhoff über die Vorwürfe. Die Theorie
„besteht darin, dass ich mit dem Bauunternehmer und
Vermögensverwalter Josef Esch sowie mit der Bank Sal. Oppenheim zum
Nachteil von Karstadt zusammengearbeitet haben soll – und zwar aus
Eigennutz.“

Der Prozess gehört zu den Folgen der Insolvenz von Arcandor im
Sommer 2009. In deren Zuge wurde der Konzern aufgeteilt, das
Versandhaus Quelle abgewickelt, und das Kaufhaus Karstadt ging an den
Investor Nicolas Berggruen.

In dem Prozess wird es auch um die Beziehung von Middelhoff zu
seinem früheren Vermögensverwalter Esch gehen. Unter anderem hatte
Middelhoff, bevor er zu Arcandor ging, in geschlossene
Immobilienfonds investiert, die fünf Karstadt-Warenhäuser übernommen
hatten. Das Engagement in den geschlossenen Oppenheim-Esch-Fonds
erschien Middelhoff risikolos, sagte er, „weil immer die Bank Sal.
Oppenheim mit investiert hat. Außerdem waren die Eigentümer der Bank
mit privatem Vermögen dabei … Ich habe hier gesessen und gesagt, wo
ist das Problem, ich bin ja wie Hans im Glück.“ Esch habe ihm, wie
Middelhoff sagt, in der „Gesamtvermögensverwaltung“ alles abgenommen.
„Da werden Sie ja fast schon lebensuntüchtig.“

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