Metropolregion Rhein-Neckar: Rund 130.000 Arbeitnehmer gehen bis 2020 in Rente – wie Unternehmen dem Fachkräftemangel entkommen

Grund: In den kommenden fünf Jahren wird eine Verrentungswelle erwartet. Rund 130.000 Arbeitnehmer gehen nach Angaben der BA bis 2020 in Rente. Das sind 15,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Darunter seien sogar 18.000 Akademiker, die ebenfalls bis 2020 in Rente gehen. „Für die Unternehmen ist das eine bedrohliche Lage. Einerseits finden schon jetzt gerade Mittelständler kaum neue Fachleute – weil der Markt leergefegt ist, andererseits bedeutet die Verrentung einen enormen Brain-Drain. Wertvolle Erfahrung und Know-how gehen unwiederbringlich verloren, wenn erfahrene Arbeitnehmer aus den Firmen ausscheiden“, erklärt Marion Kopmann, Demographie-Expertin und Gründerin der Businessplattform für Senior-Experten MASTERhora.
Was also tun?
Einen großen Teil zur Lösung des Problems können Firmen selbst beitragen, indem sie beginnen, ihre „alten“ Fachleute nicht mit dem Tag der Rente abzuschreiben, sondern weiter an sich zu binden und für sich zu interessieren. Das Zauberwort heißt: „Alumni-Netzwerk“. Große Unternehmen wie Bosch machen es vor: Der global agierende Technikkonzern hat eine eigene Datenbank mit rund 1.600 Seni-orexperten ins Leben gerufen. „Unsere Seniorexperten sind wichtige Leistungsträger. Ihr langjähriges Know-how hilft bei Problemlösungen, liefert neue Ideen und stärkt unsere Innovationsfähigkeit“, erklärt Christoph Kübel, Personalgeschäftsführer der Robert Bosch GmbH.
Für kleine Unternehmen und Mittelständler wäre es viel zu aufwändig ein solches Netzwerk selbst aufzubauen, hier bieten Online-Plattformen wie MASTERhora Alternativen: Dort können sich Unter-nehmen ganz individuell auf sie zugeschnittene, eigene Senioren-Netzwerke (sogenannte Campus-Modelle) anlegen, um mit älteren Arbeitskräften den Kontakt zu pflegen und den Wissenstransfer angesichts der Rentenwelle zu organisieren. „Wir haben eine stetig wachsende Zahl an Unternehmen, die unser Angebot nutzen. Besonders mittelständische Unternehmen machen das und profitieren so weiterhin von der schier unerschöpflichen Expertise ihrer Fachkräfte“, betont Marion Kopmann.
AbbVie Deutschland, eines der wegweisenden Bio-Pharmaunternehmen mit dem Hightech-Standort in Ludwigshafen, macht sich die MASTERhora-Plattform mit einem Alumni-Campus zu Nutze: „Ãœber MASTERhora bauen wir gerade einen Campus auf, mit dem wir zukünftig den Kontakt zu unseren Senior-Experten pflegen und Informationen mit ihnen austauschen. Vor allem wollen wir ältere Fachkräfte mit unseren jüngeren Mitarbeitern vernetzen. Mit dieser Maßnahme möchten wir das Innovationsmanagement in unserem Unternehmen un-terstützen.“, erklärt Manfred Koch, HR Director Germany bei AbbVie Deutschland. AbbVie beschäftigt in Ludwigshafen rund 1.900 Mitarbeiter, ca. 1.000 davon in der Forschung und Entwicklung.