Mehr Sein als Schein!

Wiesbaden, den 26. Oktober 2010 – Unternehmeranforderungen und präsentationsgeschulte Start-ups passen häufig nicht zusammen. Auf diese Diskrepanz macht jetzt das Gründerund Mentorennetzwerk Forum Kiedrich aufmerksam. Zur Auswahl von Vorstellungskandidaten komme es auf eine überzeugende Papierform an. Bei der Präsentation im Kreis von Förderern und erfolgreichen Jungunternehmern zähle der Mensch,der seine Marktkenntnisse schnörkellos auf den Punkt bringen könne.
„Erfolgreiche Gründer sind Persönlichkeiten, die eine gute Idee mit dem unbedingten Willen zur Durchsetzung am Markt kombinieren. In Präsentationskursen wird jedoch oft auf ‚Everybody’s Darling’ gesetzt“, erläutert Claudia Erben, Geschäftsführerin des Forum Kiedrich. „So gerüstet kommt der einzelne leider wie Konfektionsware rüber. Zur Umsetzung einer Geschäftsidee und beim Aufbau eines Unternehmens zählen Kandidaten, die ohne sich selbst in den Mittelpunkt der Präsentation zu stellen, durch Können, Mut und Beharrlichkeit punkten.“
Nach Studien großer Headhunter stoßen auch Personalchefs immer häufiger auf Kandidaten, die es allen recht machen wollen. Man erfahre im Lebenslauf von Tanzkursen und Sozialpraktikas und höre im Vorstellungsgespräch, wie wichtig den Aspiranten ein gutes Team ist. „Ob sie sich mit einer Aufgabe auch dann identifizieren, wenn es schwierig wird, erklären einem solche Harmoniekandidaten oft auch auf Nachfrage nicht“, kritisiert Erben. Gründer mit dem Anspruch, eine innovative Geschäftsidee zu realisieren, würden überschüttet mit Ratgebern, die den Kontakt zum Kunden als das A und O auswiesen. „Dass der Kunde eine Lösung seiner oft schwierigen Probleme haben will, und dass sich dafür jemand sprichwörtlich mit Haut und Haaren einsetzen muss, sollte der Gründer im Blut haben, bevor er am Markt startet.“
Sinn und Zweck eines Auftritts vor Investoren und Mentoren, also in einem etablierten Fördernetzwerk wie Forum Kiedrich, sei es nicht zuletzt, als derjenige Kandidat ins Gespräch zu kommen, der sich widrige Umstände zu Nutze gemacht habe. Das könne, so Claudia Erben, ein Migrationshintergrund sein ebenso wie ein spät nachgeholter Hochschulabschluss oder ein zweiter Start nach einer ersten gescheiterten Geschäftsidee. Im Gegensatz zum ‚Everbody’s Darling’-Effekt stehe hier außer Frage, als Leistungsträger erkannt zu werden, dem es nicht um eitle Anerkennung sondern um sich klar abzeichnende Chancen am Markt gehe: „Bei der Vorstellung auf einem unserer Gründermärkte beweist ein Kandidat im Idealfall mit einer profilierten Ansicht, dass er seine Vorstellungen zur Not auch im Gegenwind verteidigen kann.“
Mehr zum Forum Kiedrich und zu seinem Bewerbungsverfahren
ist im Internet unter www.forum-kiedrich.de zu erfahren.