
1. Juli 2014. Die MBB Clean Energy AG aus Ottobrunn lässt ihre Anleger im Regen stehen und hat eine von ihr im vergangenen Jahr emittierten Anleihe für unwirksam erklärt. Statt Zinsen zu zahlen, hat das Unternehmen in dürren Worten am 6. Juni in einer Presseveröffentlichung mitgeteilt, dass die Globalurkunde ihrer Anleihe unwirksam sei. Die Zinszahlungen sollen angeblich auf ein Treuhandkonto gebucht worden sein. „Die Anleihegläubiger sind nach den Meldungen mehr als verunsichert“, stellt dann auch Claudia Lunderstedt-Georgi, Geschäftsführerin des Deutschen Verbraucherschutzrings e.V. (DVS) aus Erfurt fest.
Die MBB Clean Energy, die erst 2012 gegründet wurde, hatte im Mai 2013 eine Unternehmensanleihe in Höhe von 300 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis zum 6. Mai 2019 herausgegeben. Der Kupon beträgt 6,250 Prozent. Wie hoch letztlich das Emissionsvolumen war, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt.
„Das Vertrauen in die Leistungs- und Zahlungsfähigkeit ist durch das Verhalten des Unternehmens erheblich gestört. Besonders, wenn gleich die erste Zinszahlung ausgesetzt wird“, betont die DVS-Geschäftsführerin (www.dvs-ev.net). MBB Clean Energy hatte die Zinszahlung nach eigenen Angaben zunächst „aus technischen Gründen“ am 6. Mai 2014 verschoben und dann am 5. Juni 2014 die Globalurkunde der Anleihe für unwirksam erklärt.
„Das ganze Verhalten von MBB Clean Energy ist ausgesprochen dubios und vor allem intransparent“, erklärt Claudia Lunderstedt-Georgi. „Dazu gehört auch der öffentlich ausgetragene Streit mit Willi Balz, dem ehemaligen Chef der inzwischen insolventen Windreich AG und Ex-Aufsichtsratsmitglied der MBB Clean Energy“. Beide Seiten werfen sich den Bruch eines Kaufvertrages vor. „Ich hoffe für die Anleger, dass hier nicht die nächste Mittelstandsanleihe zum Pleitefall wird“.
Der DVS wird die Interessen der Anleihegläubiger bündeln und hat dazu eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. wird das Unternehmen weiter beobachten und über die weitere Entwicklung bei der MBB Clean Energy AG berichten.
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