Das Geschäftsprozessmanagement hat für alle Unternehmen und Organisationen in den letzten Jahren weiter an Bedeutung gewonnen. Die Aufgabenstellungen variieren dabei sehr und beschränken sich längst nicht mehr darauf, eine Prozessdokumentation zu erstellen und diese in der Organisation verfügbar zu machen.
Die verschiedenen Methoden für das Prozessmanagement und die Prozessmodellierung sowie die Vielzahl der vorhandenen Werkzeuge bieten eine gute Unterstützung für viele dieser Aufgabenstellungen, z.B. Prozessanalyse, Simulation, Kennzahlenmanagement, Prozessoptimierung und Automatisierung. Allerdings sind viele der Methoden und der verwendeten Notationen weder standardisiert noch kompatibel, so dass eine Übertragung von Modellen zwischen verschiedenen Werkzeugen nur in wenigen Fällen verlustfrei gelingt oder mit zusätzlichem Aufwand verbunden ist.
Da Geschäftsprozesse zunehmend unternehmensübergreifend ablaufen, gilt es, auch diesen Aspekt im Prozessmanagement zu realisieren. Neben organisatorischen Fragestellungen spielt in diesem Zusammenhang der Austausch von Informationen mit den Geschäftspartnern eine große Rolle. Speziell für die Ausführung von Prozessen verspricht man sich ein hohes Optimierungspotenzial durch IT-Systeme. Doch hier fehlt es sowohl an standardisierten Modellen als auch Ausführungsumgebungen.
In den letzten Jahren sind unter dem Schlagwort der Service-orientierten Architekturen (SOA) standardisierte Mechanismen wie WSDL und BPEL für die Integration von IT-Systemen entstanden. Im Bereich der Prozessmodellierung bietet die Business Process Modeling Notation (BPMN) eine standardisierte Notation für Geschäftsprozessmodelle.
Das Fraunhofer IAO hat im Rahmen der Marktstudie »Business Process Modeling 2010« untersucht, wie mit den verfügbaren Werkzeugen ausführbare Geschäftsprozesse mit BPMN modelliert und zur Ausführung gebracht werden können.