Umfrage von –Börse Online EXTRA– unter rund 100
Honorarberatern / Unübersichtliche Kostenstrukturen / Verwirrende
Vielfalt im Berufsspektrum / Lediglich vier Banken bieten
Honorarberatung auch für Normalkunden
Honorarberatung, also die Finanz- und Vermögensberatung gegen eine
feste Gebühr, fristet nach wie vor ein Nischendasein. Das Ziel,
gegenüber dem System der Verkaufsprovision für mehr Transparenz zu
sorgen, ist bislang nicht erreicht – der Markt präsentiert sich
weitestgehend heterogen und unübersichtlich. Das geht aus einer
Umfrage von –Börse Online EXTRA– (Ausgabe 2/2010), dem Sonderheft des
Anlegermagazins –Börse Online–, unter rund 100 Honorarberatern
hervor.
Eine große Spannbreite offenbart sich bei den Gebühren. So
schwanken die Stundensätze der befragten Berater zwischen 76 und 290
Euro. Bei den Pauschalen für laufende Betreuung gibt es ebenfalls
deutliche Unterschiede. Ein Teil der Berater berechnet diese nach der
Höhe des betreuten Vermögens und verlangt zwischen 0,7 und 2,5
Prozent pro Jahr. Andere Anbieter erheben dagegen eine
Erfolgsbeteiligung von bis zu zehn Prozent des erwirtschafteten
Gewinns und setzen dafür die Pauschale niedriger an. Darüber hinaus
gibt es Honorarberater, die keine pauschale Betreuung anbieten, da
sie aufgrund ihrer Zulassung oft nur zu bestimmten Investments
beraten dürfen.
Unter den Banken bieten bislang lediglich vier Institute
Honorarberatung auch für Kunden mit einem kleinen oder mittleren
Vermögen an. Neben der Quirin Bank, die diesen Beratungsansatz
ausschließlich verfolgt, erteilen Cortal Consors und Comdirect ihren
Kunden Rat gegen Entgelt. Bei der Volksbank Ganderkesee-Hude aus
Niedersachsen ist die Honorarberatung auf Investmentfonds beschränkt.
Im gehobenen Privatkundengeschäft und bei Vermögensverwaltern ist
Honorarberatung dagegen längst üblich. Hier müssen Kunden allerdings
mindestens 250.000 Euro frei verfügbares Vermögen mitbringen.
Abgesehen von den unübersichtlichen Kostenstrukturen zeigte die
Umfrage von –Börse Online EXTRA– auch ein breites Berufsspektrum bei
den Beratern. Neben der klassischen Bankausbildung können viele
Anbieter den internationalen Abschluss des Certified Financial
Planners (CFP) oder des Finanzfachwirts vorweisen. Darüber hinaus
finden sich unter den Beratern auch Sachverständige für
Kapitalanlagen.
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Markus Hinterberger, Redaktion G+J Wirtschaftsmedien
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