Zur Auftaktveranstaltung seines großen
Bundeskongresses hat der Verband deutscher Musikschulen (VdM) heute
seine „Mainzer Erklärung“ vorgestellt: „Die Schulzeitverdichtung darf
musikalische Entfaltung nicht verhindern – Musikalische Bildung
braucht Zeiten und Räume in der Schule!“
Musizierende Schülerinnen und Schüler dürfen nicht auf die
Verliererstraße der Schulreform geraten, heißt es in dem Papier, das
einstimmig von der Bundesversammlung des VdM verabschiedet wurde. Es
geht um die Folgen der Ganztagsschule und der verkürzten
Gymnasialzeit (G 8) auf die Musikschularbeit. Durch die Verdichtung
des Regelunterrichts der allgemein bildenden Schulen bleibt für den
Instrumental- oder Gesangsunterricht an den Musikschulen immer
weniger Zeit. Gleichzeitig verengt sich die Raumkapazität, die
allgemein bildende Schulen den Musikschulen zur Verfügung stellen
können.
Die „Mainzer Erklärung“ betont den Stellenwert des Instrumental-
und Vokalunterrichts als Teil der Allgemeinbildung, „in der die
musikalische Bildung mit ihrem Eigenwert und mit ihren
persönlichkeitsbildenden Eigenschaften einen festen Platz hat“.
Geeignete Rahmenbedingungen für die musikalische Bildung – zum
Beispiel in Form von flexiblen Zeitstrukturen und zeitlichen
Freiräumen innerhalb des Schulunterrichts – müssen diesem Stellenwert
Rechnung tragen.
Die Musikschulen stehen der Entwicklung von Kooperationsmodellen
mit Kitas, Kindergärten und Schulen offen gegenüber und haben hier
bereits Pionierarbeit geleistet. Dieses Aufeinanderzugehen darf aber
nicht zu Lasten derjenigen Kinder und Jugendlichen gehen, die selbst
Musik machen möchten. Weiterhin muss es allen Schülerinnen und
Schülern möglich sein, am Unterricht sowie an den weiterführenden
musikalischen Angeboten der Musikschulen teilzunehmen.
In seiner Rede zur Eröffnung des Musikschulkongresses betonte
Ministerpräsident Kurt Beck die Bedeutung der musikalischen Bildung
für die Erziehung junger Menschen. Beck nahm Stellung zur aktuellen
Frage der Existenzbedrohung von Musikschulen durch die
Kommunalaufsicht in Rheinland-Pfalz und sagte zu, dass in
Rheinland-Pfalz auch in nicht ausgeglichenen kommunalen Haushalten
die Kommunalaufsicht freiwillige Leistungen für die Musikschulen
dulden werde. Bis zum 22. Mai werden über 1.500 Teilnehmer das
umfangreiche Angebot des Musikschulkongresses im Congress Centrum
Mainz nutzen, an Arbeitsgruppen, Diskussionsforen und
Plenumsveranstaltungen teilnehmen. Der Verband deutscher Musikschulen
(VdM) ist der Zusammenschluss der rund 950 öffentlichen Musikschulen
in Deutschland. Der VdM ist der Fach-, Träger- und Interessenverband
der öffentlichen gemeinnützigen Musikschulen und wird vom
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem
Programm „Kulturelle Jugendbildung“ des Kinder- und Jugendplans des
Bundes gefördert.
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Barbara Haack
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