Die Schwachstellen im Kinderschutz tragen
Vornamen. Etwa der Fall Dennis, ein Junge aus Cottbus, den seine
Eltern verhungern ließen und in eine Kühltruhe steckten. Oder das
Drama um Jennifer in der Uckermark, die von ihren Eltern über Jahre
eingesperrt wurde. In diesen Fällen wurde vor allem deutlich, dass
die oft mit zu wenig Personal ausgestatteten Behörden eklatant
versagt haben.
Gewiss sind diese Tragödien in Brandenburg nur Einzelfälle. Nicht
jedes Kind, das ein Nachbar weinen hört, wird von seinen Eltern
geschlagen. Dennoch ist eine erhöhte Aufmerksamkeit des Umfeldes
dringend angeraten, wenn erste deutliche Warnsignale auftauchen.
Andererseits sind auch Jugendämter vorsichtiger geworden und
achten mehr auf eventuelle Gefährdungen der Kinder. Nur so lässt sich
der Anstieg der Sorgerechtsentzüge im Land erklären, die von den
Behörden beantragt werden. Traurig ist aber, dass erst der
öffentliche Druck nach schlimmen Fällen zu dieser neuen Wachsamkeit
geführt hat. Für eine intensivere Betreuung der Eltern fehlt leider
weiter das Geld. +++
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