Um sich vorstellen zu können, was die
Kumpel unter Tage durchmachten, brauchte man zur Zeit von Lengede
noch viel Vorstellungsvermögen. In der Mine San José konnte diesmal
die ganze Welt daran teilhaben, wie die Bergleute hofften, Briefe
schrieben oder unter Alkoholentzug litten. Per Video informierten sie
die Welt. Nie zuvor wurde eine Rettungsaktion so detailliert und in
Echtzeit dokumentiert wie diese. Kein Wunder – für Chiles Regierung
war das Spektakel mit Tausenden Journalisten vor Ort ein
Prestigeprojekt. Präsident Piñera legte Wert darauf, die Kumpel
persönlich in Empfang zu nehmen, bevor er Ende der Woche zu seiner
EU-Reise aufbricht. Entsprechend groß war der Druck auf Erfolg.
Risikolos war das Ganze nicht. Denn es ist klar, dass alles, alles
hätte schiefgehen können. Der Bohrer hätte steckenbleiben, die
Rettungskapsel abstürzen oder der frisch gebohrte Schacht einstürzen
können. Manchmal ist der Begriff „Wunder“ einfach angebracht. +++
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