Heidelberg – Große Bandbreiten und bis zu zehnmal so schnelle Übertragungsraten sowie eine flächendeckende Versorgung mit Anschlüssen sollen den Mobilfunk revolutionieren. Mit der vierten Generation des Mobilfunkstandards, namentlich „Long Term Evolution“ oder kurz LTE, wollen die Mobilfunkanbieter kostengünstige und hochratige Datendienste anbieten und damit das mobile Internet (http://www.verivox.de/mobiles-internet/) zum Massenmedium machen. Mit dem Begriff LTE werden somit große Erwartungen verbunden.
LTE ermöglicht flächendeckende Versorgung
LTE ist ein bedeutender Schritt hin zu einer flächendeckenden und lückenlosen Versorgung mit schnellem Internet. Mit Hilfe der vierten Mobilfunkgeneration sollen die so genannten weißen Flecken auf der Breitband-Landkarte endlich ausradiert werden. Überall dort, wo der Ausbau von Glasfasernetzen bisher aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn gemacht hat, können zukünftig Funkverbindungen eine Alternative bieten. Dies gilt insbesondere für ländliche Gebiete, die mit Glasfaserverkabelung bisher noch nicht erschlossen wurden.
Long Term Evolution verspricht neue Superlative
Hinsichtlich der Ãœbertragungsgeschwindigkeit und Stabilität setzt LTE (http://www.verivox.de/lte-long-term-evolution/) neue Maßstäbe: Der Mobilfunk der vierten Generation ist mehr als zehnmal so schnell wie der Vorgängerstandard UMTS samt Ausbaustufe HSDPA+. Damit waren bisher Geschwindigkeiten von theoretisch maximal 14,4 Megabit pro Sekunde möglich – mit LTE kann eine Geschwindigkeit von über 100 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Auch die Ãœbertragungsstabilität kann beim LTE-Standard im Gegensatz zum Vorgänger UMTS punkten: Dank der ausreichend hohen Ãœbertragungsrate können zahlreiche Teilnehmer gleichzeitig und ohne Störung erreicht werden.
Die stabile Übertragungsqualität von LTE eröffnet auch neue Wege im Unterhaltungsbereich, denn dank LTE kann beispielsweise unterwegs auf Video-on-Demand-Angebote zugegriffen werden. Und auch die Videotelefonie dürfte durch LTE an Beliebtheit gewinnen.
Mobilität versus Kosten
Für Kunden, die bereits Breitband haben, stellt sich natürlich die Frage nach dem Sinn eines Wechsels: Da die bisher gängigen UMTS-Endgeräte mit dem LTE-Standard nichts anfangen können, müssten sich die Kunden LTE-kompatible Smartphones, Surfsticks und Notebooks anschaffen. Somit sind die Hardwarekosten gegen den Mobilitätsvorteil aufzurechnen.
Naht das Ende der Flatrates?
Darüber, wie sich die Einführung von LTE auf die Tarifgestaltung im Telekommunikationsmarkt auswirken wird, kann bisher nur spekuliert werden. „Vorstellbar wäre, insbesondere in den Ballungsgebieten, dass aufgrund des höheren Nutzerpotenzials die Kapazitäten begrenzt werden. Wer eine garantierte Bandbreite haben will, wird somit zukünftig extra zur Kasse gebeten“, prognostiziert Christof Zinkgräf, Leiter Telekommunikation bei Verivox. „Die Tarifgestaltung würde dann beispielsweise einen allgemeinen Grundtarif sowie Extrakosten für eine garantierte, höhere Bandbreite beinhalten.“
Die ersten LTE-Tarife
Als erster Anbieter hat Vodafone LTE-Tarife vorgestellt: Das kleinste Paket der sogenannten LTE-Zuhause-Tarife für 39,99 Euro bietet 10 Gigabyte (GB) ungedrosseltes Inklusiv-Volumen sowie eine maximale Geschwindigkeit von 7,2 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Für zehn Euro mehr gibt es 15 GB Volumen und 21,6 MBit/s. Wer bereit ist, knapp 70 Euro zu bezahlen, bekommt 30 GB ungedrosseltes Volumen und kann mit einer maximalen Geschwindigkeit von 50 MBit/s surfen.
Ein Blick nach Schweden und Norwegen, wo bereits 2009 die ersten LTE-Netze in Betrieb genommen wurden, zeigt, dass die zunächst noch teureren Tarife sich mit der Zeit denen für VDSL angleichen. Eine ähnliche Entwicklung sieht Zinkgräf auch für den deutschen Markt: „Wie in Skandinavien werden sich wohl auch hier die Preise dem Niveau von VDSL annähern. LTE wird sich mit Sicherheit als Standard durchsetzen.“