Lizenzdeal zw. Apeiron & Merck KGaA

Wien/Darmstadt, 1. Februar 2011 – Das in Wien ansässige Biotechnologieunternehmen
APEIRON Biologics AG (Apeiron) baut sein Krebs-Immuntherapie-Portfolio weiter aus. Mit
dem Erwerb der Rechte zur Weiterentwicklung und Kommerzialisierung des Immunzytokins
hu14.18-IL2 von der deutschen Merck KGaA (Merck) verfügt Apeiron ab sofort über einen
experimentellen, auf einem Antikörper basierenden, biologischen Therapieansatz, der die
Anforderungen für den Eintritt in eine Phase III-Studie in bestimmten pädiatrischen
Neuroblastom-Patienten erfüllt. Nach dem bereits erfolgten Abschluss einer
entsprechenden Phase II-Studie plant Apeiron die Entwicklung von hu14.18-IL2 in 2011
fortzuführen. Nach einer ersten Einlizensierung im Oktober 2010 (rhSOD-Projekt von
Polymun) stellt der Abschluss dieser Vereinbarung einen weiteren bedeutenden Schritt im
Rahmen der Erweiterung des klinischen Projektportfolios von Apeiron dar. Eine
entsprechende Offensive war seitens Apeiron nach dem Verkauf des Phase I-Projekts
APN01 an GSK im Jänner 2010 gestartet worden.

Die APEIRON Biologics AG mit Sitz in Wien gab heute den Abschluss einer
Lizenzvereinbarung mit der deutschen Merck KGaA bekannt, die Apeiron die Rechte zur
weiteren Entwicklung sowie zur Kommerzialisierung des experimentellen Immunzytokins
hu14.18-IL2 einräumt. Dieses rekombinante Protein (Immunzytokin) besteht aus dem
monoklonalen Antikörper hu14.18, der gegen das GD2-Antigen gerichtet ist, das auf
Neuroblastom-, Melanom- und anderen malignen Zellen exprimiert ist, und dem Zytokin
Interleukin-2 (IL2), das an den Antikörper gekoppelt ist. In einer unlängst
abgeschlossenen klinischen Phase II-Studie zeigte hu14.18-IL2 Anzeichen von Wirkung in
einer Gruppe bestimmter am Neuroblastom erkrankter Kinder*. Apeiron wird nun die
klinische Entwicklung fortführen und das therapeutische Potential im kindlichen
Neuroblastom, einer Erkrankung mit bislang ungenügenden Behandlungsoptionen, weiter
untersuchen. Weiters soll das Immunzytokin auch in anderen Indikationen wie z.B. dem
Melanom evaluiert werden.
Dr. Hans Loibner, Vorstandsvorsitzender von Apeiron, meinte anlässlich des erfolgreichen
Abschlusses: „Es ist ein großer Erfolg für Apeiron, die Rechte für die weitere Entwicklung
und die Kommerzialisierung dieser Substanz von Merck erhalten zu haben. Ich freue mich
sehr darüber, daß wir ein fortgeschrittenes klinisches Projekt von einer der internationalen
Top-Pharma-Firmen erwerben konnten.” Loibner fügte hinzu: “Das kindliche Neuroblastom
ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Krebserkrankung mit eingeschränkten
Behandlungsoptionen. Wir werden uns aber sicherlich auch mit anderen Indikationen
auseinandersetzen.”
Finanzielle Details wurden nicht bekanntgegeben.

*Publikation: Antitumor Activity of Hu14.18-IL2 in Patients With Relapsed/Refractory
Neuroblastoma: A Children–s Oncology Group (COG) Phase II Study. Suzanne S.
Shusterman, Wendy B. London, Stephen D. Gillies, Jacquelyn A. Hank, Stephan D. Voss,
Robert C. Seeger, C. Patrick Reynolds, Jennifer Kimball, Mark R. Albertini, Barrett Wagner,
Jacek Gan, Jens Eickhoff, Kenneth B. DeSantes, Susan L. Cohn, Toby Hecht, Brian
Gadbaw, Ralph A. Reisfeld, John M. Maris, and Paul M. Sondel. Journal of Clinical
Oncology (2010) 28: 4969-4975

Über Apeiron (Stand Februar 2011):
Apeiron ist ein privat finanziertes Biotech-Unternehmen mit Sitz in Wien. Im Jänner 2010
wurde das bis zum Ende der ersten klinischen Phase entwickelte Projekt APN01
(rekombinantes humanes Angiotensin Converting Enzyme 2), ein Enzymtherapeutikum zur
Behandlung des Akuten Atemnotsyndroms (ARDS) und einer Reihe anderer Erkrankungen
an GlaxoSmithKline auslizensiert (Dealvolumen EUR 236 Mio.). Zurzeit erweitert Apeiron
neben der weiteren Entwicklung der bestehenden innovativen internen Projekte das
Produktportfolio durch Einlizensierung neuer immunologischer/biologischer Ansätze im
klinischen Stadium bis Phase II zur Behandlung von Krebs und anderen Krankheiten. Im
November 2010 hat das Unternehmen die erste Einlizensierung abgeschlossen:
Rekombinante humane Superoxid Dismutase (SOD), ein natürlich vorkommendes Enzym
mit wichtigen anti-oxidativen Eigenschaften.

Über hu14.18-IL2:
Hu14.18-IL2 ist ein rekombinantes Fusionsprotein, bei dem der monoklonale Antikörper
hu14.18 an Interleukin-2 (IL2) gekoppelt ist. In Laborstudien konnte gezeigt werden, daß
der Antikörper spezifisch an das GD2 Antigen bindet, welches häufig auf Tumoren neuro-
ektodermalen Ursprungs (z.B. Neuroblastom, Melanom), aber auch auf dem
Nierenzellkarzinom und dem kleinzelligen Lungenkarzinom exprimiert ist. Das Zytokin IL2
aktiviert diverse Effektorzellen des Immunsystems. Der Antikörper-Anteil von hu14.18-IL2
transportiert das Immunzytokin zu GD2 exprimierenden Tumorzellen des Patienten. Das
daran gekoppelte IL2 kann in der Folge das Immunsystem des Patienten über die T-Zell-
und NK-Zell-Schiene aktivieren, wobei der Fc-Teil des Antikörpers Tumorzellen via ADCC
(Antibody-Dependent Cellular Cytotoxicity) und CDC (Complement-Dependent Cytotoxicity)
lysieren soll. In einer Phase-II-Studie zeigte das Immunzytokin bereits Anzeichen von
Wirkung in einer Gruppe bestimmter, am Neuroblastom erkrankter Kinder*. Die Substanz
wurde darüber hinaus in einer Phase-I/II-Studie in Spätstadium Melanom-Patienten
getestet und zeigte dort eine Aktivierung des Immunsystems.

Kontakt Apeiron:
Dr. Hans Loibner, CEO
Campus-Vienna-Biocenter 5
1030 Wien
T +43 / 1 / 865 65 77
E apeiron@apeiron-biologics.com
W www.apeiron-biologics.com

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