Berlin, Juni 2010. Nicht nur Gehörlose nutzen die Untertitel auf ARD-Text Tafel 150, um stets zu wissen, was gerade passiert. Auch beim „Public Viewing“ ist der Kommentator oft schwer zu verstehen, und Vielsehern gehen irgendwann die Vuvuzelas auf die Nerven. Der beste Vuvuzela-Killer ist die Ton-Aus-Taste. Und dank der Untertitel verpasst der Zuschauer trotzdem nichts.
Wer sich schon einmal gefragt hat, wie die Untertitel im ARD-Text so schnell auf den Bildschirm kommen, dem offenbart ein Blick in die Redaktion das Geheimnis: Hier tippt niemand. Die Redakteure sprechen den Text in ein Mikrofon. In ihrem Rechner werden die Worte unverzüglich in geschriebenen Text umgewandelt, der sofort „live“ am unteren Bildrand angezeigt wird. Dafür hat die Berliner Firma ABITZ.COM die ARD-Text-Redaktion mit moderner Spracherkennungssoftware ausgestattet. So gelangen die Texte tatsächlich schneller auf den Bildschirm als ein Mensch tippen kann.
Damit das fehlerfrei funktioniert, konnten die Redakteure die Software vor der WM so trainieren, dass sie alle Spielernamen und Fachbegriffe auf Anhieb versteht. Namen wie „Cacau“ werden ebenso korrekt geschrieben wie die lauten „Vuvuzelas“.
Spracherkennungssoftware findet heute in immer mehr Bereichen Anwendung, insbesondere dort, wo viel geschrieben wird. Dazu gehören Mitarbeiter in Behörden, Rechtanwälte, Ärzte, Gutachter verschiedenster Bereiche – oder eben TV-Text-Redakteure.