
Wiesenfeld, 25. Juni 2013 – Etwa zehn Prozent aller Deutschen kämpfen mit Nierenerkrankungen. Diese Zahl geht aus einer Studie des Gesundheitsunter-nehmens Abbott Deutschland hervor. Rund 80.000 Erkrankte müssen regel-mäßig eine Blutwäsche (Dialyse) durchführen. Mit dem Anschluss an den Dialysebeutel, der sich an einem dazugehörigen „Krankentisch“ befindet, büßen Nierenkranke einiges an Mobilität ein. Möbelhersteller LEUWICO hat daher zwei fahrbare Dialyse-Tische für den Hausgebrauch bzw. den Einsatz in Kliniken entwickelt. Spezielle Halterungen für Beutel, Flaschen etc. sowie zusätzlicher Stauraum erleichtern Patienten und Pflegepersonal das Leben enorm. Das KfH-Nierenzentrum Coburg testet die Tische bereits.
Die Dialyse hilft Menschen, deren Nieren nicht mehr ausreichend arbeiten. Dies ist lebenswichtig, da die Nieren Abfallstoffe aus dem Blut filtern und vor Vergiftungen schützen. Für die Blutwäsche sind allerdings etliche Utensilien nötig, die meist offen auf wuchtigen Krankentischen herumliegen – z.B. ein Dialysebeutel, an den der Patient stundenlang angeschlossen ist. LEUWICO möchte Betroffene bei ihrer regelmäßigen Bauchfelldialyse durch individuelle, fahrbare Funktionstische unterstützen.
Nierenkranker Mitarbeiter lieferte die Idee
LEUWICO-IT-Leiter Michael Klett ist selbst von einem Nierenschaden betroffen und brachte die Verantwortlichen des Möbelherstellers auf die Idee, spezielle Dialyse-Stationen zu entwerfen. „Ich war ganz einfach mit den bisherigen Tischen unzufrieden. Und da ich selbst Dialyse-Patient bin, kam ich auf die Idee, dass wir von LEUWICO selbst solche Funktionstische entwickeln“, erläutert Klett die Entstehungsgeschichte. Bei der Entwicklung profitierten die Konstrukteure von seinen Erfahrungen und kamen zu praxistauglichen Endprodukten.
Aus der Praxis für die Praxis
Neben dem Design und der Flexibilität bieten die Dialysetische viele Funktionen: Der etwas größere der beiden mobilen Spezialtische ist für die kontinuierliche Dialyse im häuslichen Umfeld konzipiert. Er bietet genügend Platz für die Verschlusskappen des Gefäßzugangs, eine Wärmeplatte für Dialysebeutel und eine UV-Kammer. Zudem gewährt der Tisch Flaschen mit Desinfektionsmittel sicheren Stand und hat ergänzende Schubfächer für Kompressen.
Zusätzlich gibt es einen kleineren fahrbaren Tisch für den Einsatz in Kliniken, der sich aber auch für die heimische Nachtdialyse eignet. Der Tisch kann die Dialysesysteme der beiden führenden Hersteller Baxter und Fresenius aufnehmen. Die Beutel werden bei Fresenius gehängt und bei Baxter gelegt. Für beides hat der Funktionstisch eine Lösung: Ein Haken zum Aufhängen und eine Ablage für die liegenden Beutel. Jene Ablage können Anwender über der Tischplatte jederzeit an- und abschrauben. Dies würde auch dem Pflegepersonal in Kliniken die tägliche Arbeit mit Patienten erleichtern – beispielsweise in mehr als 200 Dialysezentren in Deutschland. Das KfH-Nierenzentrum Coburg hat bereits einige Tische zum Test im Einsatz.
Die kleine fahrbare Station erleichtert Nierenkranken zudem die Nachtdialyse in den eigenen vier Wänden. Hierbei ist der Patient meist stundenlang mit den Dialysebeuteln verbunden. Durch die mobile Dialyse-Station sind insbesondere nächtliche Toilettengänge weniger strapaziös. Der Erkrankte muss sich nicht vom Beutel trennen, wenn er sich bewegen möchte. Die Nachtdialysen werden dadurch wesentlich angenehmer.
Unter http://presse.leuwico.com stehen weitere Informationen sowie hochauflösendes Bildmaterial bereit.
Auf dem Bild sind zu sehen: Michael Klett (Ideengeber und IT-Leiter LEUWICO), Matthias Müller (Einrichtungsberater LEUWICO) und Georg Hemmerlein (Geschäftsführer LEUWICO) (v.l.) erläutern Prof. Dr. med Markus Ketteler (2.v.l.) und Schwester Ariane Spichal (rechts) (beide KfH-Nierenzentrum Coburg) die Funktionen der beiden Dialysetische. (Foto: Peter Tischer)
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