Lernen, sich in fremden Kulturen zurechtzufinden

Länder wie China, Indien, Indonesien oder Brasilien werden für deutsche Unternehmen als Absatzmarkt und Produktionsstandort immer interessanter. Das stellt die Firmen vor große Herausforderungen – betriebswirtschaftlich wie personell.

Denn umso internationaler ein Unternehmen arbeitet, desto größer wird die Bedeutung interkultureller Fragestellungen: Welcher der asiatischen Geschäftspartner sollte zuerst begrüßt werden? Wie ist das Schweigen der arabischen Verhandlungspartner zu deuten?

Die Mitarbeiter müssen in der Lage sein, sich in einer fremden Kultur zurechtzufinden, mit fremdkulturellen Partnern effektiv zusammenzuarbeiten. Das Management-Institut Dr. A. Kitzmann aus Münster bietet jetzt ein zweitägiges Training an, um Führungskräfte noch in Deutschland gezielt zu schulen, sie auf die örtlichen Gepflogenheiten einzustellen, aber auch die Möglichkeit zu geben, sich mit der eigenen kulturellen Prägung auseinanderzusetzen.

Sie werden darauf vorbereitet, was im Gastland bei Vertragsverhandlungen, Geschäftsessen oder in fachlichen Gesprächen zu beachten ist. „Bei uns bedeutet intensiver Blickkontakt im Gespräch großes Interesse, in Nordafrika wirkt dies jedoch aufdringlich“, nennt Gunnar Kitzmann, Co-Geschäftsführer des Management-Instituts, ein Beispiel. „Längere Gesprächspausen dagegen empfinden Deutsche oft als unangenehm, während sie im arabischen Raum als positives Zeichen gelten. Dort werden sie dazu genutzt, das Gesagte konstruktiv zu reflektieren und signalisieren Interesse.“

In Rollenspielen können die Teilnehmer diese Situationen vorab trainieren, um zu erleben, wie ihre Reaktion beim Gegenüber ankommt. Gunnar Kitzmann betont, dass sich mit dem Training natürlich nicht der Aufenthalt ersetzen lasse, es also immer auch Situationen geben könne, auf die die Teilnehmer in den Seminaren nicht vollkommen vorbereitet werden könnten. Wichtig aber sei, die Mitarbeiter durch gezieltes Training für kulturelle Unterschiede generell zu sensibilisieren und damit zu helfen, Fettnäpfchen zu vermeiden.