„Zum positiven Ergebnis beigetragen hat vor allem unsere strategische Neuausrichtung“, sagt Dr. Karl-Heinz Schiefer, seit 1982 Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipold Gruppe. Als Partner der Industrie produzieren die Unternehmen der Gruppe nicht nur individuelle metallische Drehteile. Auch das Leistungsportfolio rund um Entwicklung, Konstruktion und Logistik sei in den letzten Monaten deutlich ausgeweitet worden. Als Wachstumsmotor haben sich zudem zahlreiche Produktinnovationen aus bleifreiem Messing, die unter anderem in der Sanitärbranche zum Einsatz kommen, erwiesen.
Grundlage für die erfolgreiche Neupositionierung waren nach Ansicht von Dr. Schiefer strategische Veränderungen in der Wertschöpfungskette: „Wir haben unsere Leistungsbreite und -tiefe deutlich ausgeweitet und somit im letzten Geschäftsjahr eine Vielzahl von anspruchsvollen Outsourcing-Projekten mit Bestands- sowie Neukunden umgesetzt“, erläutert Dr. Schiefer. Die Kernkompetenz liege weiterhin in der Produktion hochwertiger Präzisionsteile, dennoch biete die Gruppe zunehmend mehr Leistungen in der vorgelagerten Entwicklung und Konstruktion sowie im Bereich der Logistik.
Positiven Einfluss auf den Umsatz hatten zudem zahlreiche Markteinführungen: Im Jahr 2010 brachte Leipold weitere Produktinnovationen aus bleifreien Messinglegierungen auf den Markt, womit frühzeitig auf die geplante Verschärfung der US-Gesetze hinsichtlich des Bleigehaltes von trinkwasserführenden Materialien reagiert wurde. „Die Nachfrage nach bleifreiem Messing hat zuletzt weltweit stark angezogen und wird weiterhin steigen“, prognostiziert Dr. Schiefer. In Deutschland gehöre die Leipold Gruppe bereits zu den führenden Herstellern von bleifreien Präzisionsteilen.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem weiteren Anstieg des Umsatzes auf rund 60 Mio. Euro. An den deutschen Produktionsstandorten in Wolfach und Bünde sind laut Dr. Schiefer zudem umfangreiche Investitionen geplant. So soll im westfälischen Bünde noch in diesem Jahr mit dem Bau einer Produktionshalle begonnen werden. Hier ist die Errichtung eines modernen Maschinenparks zur Produktion von diversen Elektrikbauteilen für die IT- und Telekommunikationsbranche geplant. Auch am Hauptsitz in Wolfach stehen umfangreiche Erweiterungsinvestitionen an, um der verstärkten Nachfrage gerecht zu werden. Aus Sicht von Dr. Schiefer soll mit den geplanten Investitionen die Neuausrichtung der Gruppe vorangetrieben werden: „Als Partner der Industrie werden wir neben der reinen Produktion weitere innovative Dienstleistungen in den Bereichen Entwicklung und Mehrwertlogistik anbieten.“